Welttag der Kranken
Aufeinander achten – füreinander sorgen

Eine Pflegerin in Schutzkleidung bei einer Covid-19-Patientin auf der Intensivstation des Krankenhauses San Filippo Neri 
in Rom.
  • Eine Pflegerin in Schutzkleidung bei einer Covid-19-Patientin auf der Intensivstation des Krankenhauses San Filippo Neri
    in Rom.
  • Foto: Cristian Gennari/ Romano Siciliani/KNA
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Am 11. Februar begeht die Kirche den Welttag der Kranken. Gerade in Corona-Zeiten lädt dieser Tag dazu ein, neu über umfassende Solidarität mit kranken Menschen nachzudenken.

Bleib gesund! Keinen anderen Wunsch hat man in den vergangenen Monaten wohl häufiger mit auf den Weg bekommen. Krankheit und Gesundheit: Das sind die großen Themen, die uns seit dem Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr des letzten Jahres begleiten.
Dabei wurden die Möglichkeiten, die unsere moderne Welt bietet, sehr deutlich: Binnen weniger Monate konnte ein Impfstoff entwickelt werden, um Menschen vor dieser schweren Krankheit zu schützen und ihre Gesundheit zu erhalten.

Aber wir wurden auch immer wieder mit den Grenzen konfrontiert, die sich bei einer solchen Pandemie zeigen: die drohende Gefahr überlasteter Krankenhäuser; die Frage, wer in einem solchen Fall noch behandelt werden kann; ethische Diskussionen, ob und mit welchen Mitteln die Gesundheit von Menschen geschützt werden kann. Ein Jahr, das die Welt in Atem gehalten hat und das deutlich gezeigt hat, welchen Stellenwert Gesundheit und das Gesundbleiben wirklich besitzen.

Alljährlich wird in der Kirche am 11. Februar der Welttag der Kranken begangen; Papst Johannes Paul II. hat ihn 1993 eingeführt. Dieses besondere Gedenken findet am Festtag Unserer Lieben Frau in Lourdes statt. Unzählige Menschen pilgern Jahr für Jahr in das französische Marienheiligtum, weil sie sich auf die Fürsprache der Gottesmutter Heilung für ihre Krankheit erhoffen. Und etliche Kranke haben schon berichtet, dass sie gesund geworden sind, nachdem sie den Wallfahrtsort besucht hatten.

Gesund werden: Das ist der Wunsch von so vielen Menschen, die mit Jesus in Berührung gekommen sind. Die Evangelien berichten über­einstimmend, dass Jesus immer wieder Menschen von ihrer Krankheit geheilt hat. Die Begegnung mit dem Mann aus Nazaret hat sie gesund gemacht, in ihm und durch ihn haben sie Heilung gefunden.

Die Berührung mit Jesus heilt

Wie besonders dieses Aufeinandertreffen mit Jesus ist, zeigt die Erzählung von der blutflüssigen Frau (Mk 5,25-34): Seit zwölf Jahren leidet sie unter ihrer Krankheit, und viele Ärzte haben sie schon behandelt; aber die Heilung ist bisher ausgeblieben. Auf Jesus setzt sie ihre letzte Hoffnung.

Und diese Hoffnung ist so groß, dass sie sich sagt: Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt. Das Wunder geschieht – die Berührung mit Jesus nimmt der Frau ihre Krankheit und schenkt Heilung. Jesus ist für die Kranken da und schenkt ihnen seine Nähe (vgl. auch das Evangelium dieses Sonntags, Mk 1,29-39).
Papst Franziskus hat den diesjährigen Welttag der Kranken unter das Motto gestellt: „Nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder“ (Mt 3,8). Der Leitsatz aus dem Matthäusevangelium verweist darauf, dass Krankheit immer auch Solidarität einfordert. Besonders in der Corona-Pandemie erleben wir das verstärkt: Das Tragen des Mund-Nase-Schutzes ist nicht nur wichtig, um sich selbst vor der Ansteckung zu schützen. Es dient in erster Linie dazu, andere nicht mit dem Virus zu infizieren. Solidarität mit allen Menschen, um sie vor Corona zu schützen, um ihre Gesundheit nicht zu gefährden.

Das letzte Jahr hat eindringlich gezeigt, wie sehr Menschen in einer Gesellschaft füreinander einstehen müssen, wie sehr auch jeder einzelne auf den anderen verwiesen ist. Alle Menschen in einer Gesellschaft sind Geschwister – ein Gedanke, der Papst Franziskus sehr am Herzen liegt.

Wir sollen füreinander einstehen und uns in diesen bewegten Zeiten besonders um jene sorgen, die von Krankheit betroffen sind oder deren Gesundheit gefährdet ist. Der Papst schreibt in seiner Botschaft: Jesus lädt dazu ein, anzuhalten, zuzuhören, einen direkten, persönlichen Kontakt zum anderen herzustellen, Empathie und Betroffenheit ihm oder ihr gegenüber zu zeigen und sich von dem Leid anrühren zu lassen, bis dahin, sich hierfür in den Dienst stellen zu lassen (vgl. Lk 10,30-35).

So, wie Jesus für die Kranken da ist und um ihre Sorgen und Nöte weiß, so sollen auch wir da sein für die Not des Nächsten. Corona zeigt: Wir müssen aufeinander aufpassen, füreinander sorgen und einander Nähe unter Wahrung von Abstand schenken. Der Welttag der Kranken lädt uns ein, neu über diese umfassende Solidarität nachzudenken. Fabian Brand / KNA

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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