Gesundheit
Ich lebe allein - doch nicht einsam
- Das Alleinleben hat gute und schlechte Seiten - so wie das Leben in einer Paarbeziehung auch.
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Birgit Detzlhofer will, dass die Lebensform der Alleinstehenden kreativ und schön gefeiert wird, weil sie „oftmals diskriminiert wird“, wie die sympathische Supervisorin aus Oberösterreich meint. Sie veranstaltet seit einigen Jahren im Bildungszentrum St. Benedikt ein Sommerbuffet für Alleinstehende.
Das Alleine-Leben habe positive und negative Seiten – so wie das Leben in einer Paarbeziehung auch. Große Vorteile seien die „höchste Autonomie“ und das „Bei-Sich-Sein-Können“ oder „Zu-Sich-Kommen-Können“. Sich selbst genügen zum Leben, mit allem, was dazu gehört: Beziehungen pflegen, ein Netzwerk aufbauen, hinaus in die Welt gehen. Die höchste Autonomie mache es möglich, so Detzlhofer, unabhängig von engen Bezugspersonen zu entscheiden, wie man das eigene Leben gestalte.
Weil das Bildungshaus immer wieder Angebote für Paare im Programm hat, wurde Leiterin Lucia Deinhofer des Öfteren gefragt, ob es auch etwas für Alleinlebende gebe. Aus diesen Anregungen ist in Zusammenarbeit mit Lebens- und Sozialberaterin Birgit Detzlhofer die Einladung zu einem Sommerbuffet für Alleinlebende entstanden, wo Austausch, Impulse und gemeinsames Feiern im Mittelpunkt stehen. „Es kommen Jung und Alt, Menschen aus verschiedenen Lebenssituationen“, erzählt Birgit Detzlhofer. „Ihnen allen ist gemeinsam: Sie wissen, dass sie auf die Welt und auf Menschen zugehen müssen und deshalb nehmen sie ein solches Angebot an.“
„Das Gut-Allein-Leben kann man lernen.“
Gut allein zu leben, könne man lernen, ist die Lebens- und Sozialberaterin überzeugt. Leichter tue sich z. B., wer als Einzelkind aufgewachsen ist, weil er oder sie lernen musste, sich alleine zu beschäftigen und sich aktiv um einen Freundeskreis zu kümmern. In den Seminaren begegnet Birgit Detzlhofer zwei Gruppen von Menschen: jenen, die sich für diese Lebensform entschieden haben, und jenen, die unfreiwillig – etwa nach dem Tod des Ehepartners – alleine leben. Letzteren mute das Leben zu, sich damit zu arrangieren – „oder eben nicht“. Man könne auch flüchten vor dieser Aufgabe, etwa in Verpflichtungen, oder die Situation in einer Art Opfer-Haltung („Ich kann ja nichts dagegen machen“) aushalten. Es gehe darum, vom Abwarten, ob etwas passiert, in die Selbstwirksamkeit und Handlungsfähigkeit zu kommen.
Was ziehe ich Gutes aus meiner Lebenssituation? Wie kann ich Anstrengendes bewältigen? Diesen Fragen müsse sich jeder Mensch stellen. Eine Stärke von Alleinlebenden sei es, Freundschaften zu pflegen – was bei Paaren mit Kindern mitunter zu kurz komme. Alleinlebende sähen sich allerdings bei Kleinfamilien oft außen vor und vermissten den Kontakt mit ihnen. Die Kleinfamilie werde oft romantisiert und hochstilisiert, so Detzlhofer. Es gäbe ein hohes Ideal von Partnerschaft und Familie, das Alleinlebende in den Schatten stelle und „als unvollständig diskriminiere“. Diese Lebensform, vor allem wenn sie frei gewählt ist, sei aber legitim und zu 100 Prozent in Ordnung. Einsamkeit sei ein Thema – aber nicht nur für Alleinlebende: Es gebe auch in vielen Paarbeziehungen einsame Menschen.
„Der Großteil der feiernden Gemeinschaft besteht aus erfüllt und glücklich alleinlebenden Menschen“, erzählt die Supervisorin. Manche Frauen kämen erst im Alter von der Mutter-, Ehefrau- und Hausfrauen- in die Ich-Rolle und würden nach dem Wegfall von Verpflichtungen aufatmen. Sie genießen jetzt ihre selbstbestimmte Freiheit, so Detzlhofer, mit Freundschaften, Familie, Hobbys, Garten, Haustieren, Ehrenamt ...
Patricia Harant-Schagerl
Das Sommerbuffet für Alleinlebende
Zu einem Sommerbuffet für Alleinlebende im BildungsZentrum St. Benedikt in Seitenstetten lädt Birgit Detzlhofer, MSc, am 17. Juni von 17.30 bis 20 Uhr ein. Outdoor-Stationen bei Schönwetter, Teich, Garten und ein genussvolles Sommerbuffet bilden den Rahmen für Impulse, Anregungen, Gedanken und bereichernde Gespräche über diese Lebensform.
Kursbeitrag (inkl. Buffet und zwei Getränke): € 56,-. Anmeldung erbeten: Tel. 07477/42885, bildungszent-rum@st-benedikt.at.
Autor:Patricia Harant-Schagerl aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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