Meinung
Kommentar

Schwarze Erde

Von einer Kornkammer Europas entwickelte sich die Ukraine zu einer Kornkammer der Welt. 2020 wuchsen in der fruchtbaren „schwarzen Erde“ 55 Mio. Tonnen Mais und Weizen. Doch der Treibstoff für Saatmaschinen wird nun für Panzer verwendet, die Saatmaschinenfahrer kämpfen an der Front. Für den Bedarf im Land könnte es dennoch reichen, aber statt Getreide wird das Land Hunger exportieren. Etwa 4,5 Mio. Tonnen Korn stecken in Häfen fest. Die Ukraine beschuldigt Russland, hunderttausende Tonnen geraubt zu haben. Berichte über gezielte Attacken auf Getreidesilos, Düngerlager, Landwirtschaft zitiert auch der deutsche Landwirtschaftsminister Cem Özdemir. Solche Bilder wecken Erinnerungen.

Millionen Ukrainer/innen verhungerten Anfang der 1930er-Jahre, weil Stalin eine Hungersnot herbeiführte: Die Ernte wurde konfisziert oder geplündert, Stadel in Brand gesteckt, Menschen erschossen, die anderen zu essen gaben oder sich vom eben enteigneten Feld Ähren holten. Ob man den „Holodomor“ als Völkermord bezeichnet oder nicht – er wurde ein wichtiger Teil der ukrainischen Abgrenzung gegenüber Russland. Für die in Ostafrika verhungernden Familien wird das dennoch zweitrangig sein.

Monika Slouk
monika.slouk@koopredaktion.at

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