5. Sonntag im Jahreskreis | 8. Februar 2026
Meditation
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Vergesslich
Was soll ich tun?“, fragt sich der reiche Kornbauer. Seine Scheunen sind voll, sein Hof platzt aus allen Nähten. Er hat so viel geerntet, dass er nicht mehr weiß, wohin mit dem Korn. „Ich baue größere Scheunen und dann kann ich endlich ruhig schlafen. Ich habe genug für viele Jahre“, sagt er. Doch dabei vergisst er vier Dinge.
Er vergisst Gott. In all seinen Überlegungen kommt Gott nicht vor. Er denkt an die Sicherheit, die er sich mit seinen eigenen Händen erschaffen hat und übersieht in seinem Überfluss den, der ihm alles gegeben hat – das Land, den Regen, das Leben. Der reiche Mann richtet sein Leben nach seinen Vorstellungen aus, ohne Gott mit in die Gleichung einzubeziehen. Er hätte sich fragen können: „Was will Gott mit meinem Reichtum?“
Zweitens vergisst er andere Menschen. Sein „Ich“ dominiert den Text: Achtmal sagt er „mein“, „ich“ oder „mir“. Er spricht nur von seinen Feldern, seinen Scheunen, seinem Korn. Wo bleibt seine Familie? Wo die Nachbarn? Wo die Armen, die auf Hilfe angewiesen sind? Der Wohlstand, den er anhäuft, bleibt ganz bei ihm. Er könnte teilen, er könnte geben – doch er tut es nicht.
Er vergisst, dass es im Leben nicht um Besitz geht. „Sei ruhig, iss, trink und freue dich.“ (vgl. Lukas 12,19) Der Mann lebt, als ob Wohlstand und Besitz ihm Sicherheit und ewiges Leben geben könnten. Doch Jesus entlarvt diese falsche Annahme: Das letzte Hemd hat keine Taschen. Vor Gott reich zu sein, ist das, was zählt – wenn das Herz nicht an Dingen hängt, sondern an Gott und am Nächsten.
Und schließlich vergisst der reiche Kornbauer den Tod. „Du hast viele Jahre vor dir“, sagt er sich. Doch dieses Leben ist endlich – und der Tod kann jederzeit kommen. Der Kornbauer hat seine Ernte in sicheren Scheunen verstaut, doch er hat nicht bedacht, dass er all das, was er angesammelt hat, eines Tages zurücklassen muss. In einem Moment des Überflusses und der Sicherheit vergisst er, dass das Leben endlich ist.
Der wahre Schatz, den wir im Leben sammeln können, ist der Glaube an Gott und die Liebe zu unseren Mitmenschen.
Maria Wilbrink
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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