33. Sonntag im Jahreskreis | 16. November 2025
Meditation
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Such das Weite
Die Aufforderung „Geh!“ schließt ein, dass der Angesprochene einen Auftrag hat und auch einen Ort, an den er hingehen kann. „Gehen“ ist Fortgehen und Hingehen. Gehen heißt: nicht bleiben, nicht stehen bleiben. Gehen ist auch Exodus und damit Befreiung. Jesus schickt die Geheilten mit neuer Identität fort: Sie gehen mit dem Auftrag und der Verantwortung, nun als Geheilte, an denen die Herrlichkeit Gottes offenbar wurde, zu leben. Sie sind damit Gesandte. (…)
Was heißt es, ein Leben aus dem Befehl „Geh!“ heraus zu leben?
Papst Franziskus hat die Gläubigen an vielen Gelegenheiten dazu aufgefordert, „zu den Peripherien“ zu gehen, die eigenen Komfortzonen zu verlassen, Menschen zu suchen und aufzusuchen. Er schreibt vom „beständigen Aufbruch zu den Peripherien“, vom Auftrag, „hinauszugehen aus der eigenen Bequemlichkeit und den Mut zu haben, alle Randgebiete zu erreichen“. (…)
Der Befehl „Geh!“ ist auch ein Auftrag, auf Menschen und Orte zuzugehen. Gehen ist ein In-Bewegung-Bleiben. Gehen ist auch „Zugehen“. Damit ist auch gemeint: sich nicht aus der Welt zurückziehen, sondern in die Welt hineingehen. Jesus hat uns einen mächtigen Befehl hinterlassen, uns aufzumachen und zu gehen: „Geht hinaus in die ganze Welt“ (Mk 16,15).
Das ist auch eine Einladung zu stetem Exodus – hinzugehen zu Orten, die rufen, und fortzugehen aus der Enge der Komfortzonen, wo immer die eigene Enge und Bequemlichkeit auch sein mag.
Clemens Sedmak, in „Wie leben? Von Jesus lernen“, soeben erschienen: Tyrolia Verlag.
Aufbruch
Wenn dein Boot,
seit langem im Hafen vor Anker,
dir den Anschein einer Behausung erweckt,
wenn dein Boot Wurzeln zu schlagen
beginnt
in der Unbeweglichkeit des Kais:
Such das Weite.
Um jeden Preis müssen
die reiselustige Seele deines Bootes
und deine Pilgerseele
bewahrt bleiben.
Dom Hélder Câmara
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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