28. Sonntag im Jahreskreis | 12. Oktober 2025
Meditation
- Foto: Rachel Wilbrink
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Saat und Ernte
Es war gerade eine absolute Katastrophe geschehen. Alle Menschen, bis auf eine einzige Familie, waren in den gewaltigen Wellen gestorben. Von den Tieren überlebten nur jeweils zwei von jeder Sorte. 40 Tage und 40 Nächte hatte es unaufhörlich geregnet. Sogar die höchsten Berge waren bedeckt, bis 15 Ellen über den Gipfeln ragte das Wasser. Es war das Urteil Gottes über die Bosheit der Menschen. Denn Gott ist nicht nur liebevoll, sondern auch gerecht. Und was wäre Liebe, die jederzeit ein Auge zudrücken würde? Liebe und Gerechtigkeit gehören zusammen, Konsequenz und Barmherzigkeit bilden eine Einheit.
Nachdem 150 Tage lang das Wasser die Erde bedeckt hatte, geschah etwas Erstaunliches. Gott dachte an Noah und alle, die bei ihm in der Arche waren. Er schloss die „Quellen der Tiefen“ und die „Fenster des Himmels“. Das Wasser begann zu sinken, die Erde wurde wieder bewohnbar.
Eine krasse Geschichte, könnte man meinen. Wer ist Gott, um so etwas Grausames zu tun? Wer sind wir, um ihm Vorschriften zu machen oder sein Handeln zu hinterfragen? Vielleicht liegt genau darin die Antwort: Er ist Gott, allmächtig und vollkommen, und wir dürfen staunen und vertrauen, auch wenn wir vieles nicht verstehen.
Also dankte Noah Gott und brachte ihm ein Opfer dar. Und in seiner unermesslichen Größe versprach Gott, dass er die Erde künftig nicht mehr so verfluchen wird und das Leben nicht mehr so massiv bestrafen wird wie damals. Von nun an soll die Saat nicht aufhören, die Ernte nicht fehlen, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht sollen weiter bestehen, solange die Erde besteht.
Dieses Versprechen beruhigt mich. Saat und Ernte, Tag und Nacht, Sommer und Winter – alles folgt Gottes Rhythmus. Selbst wenn uns Krisen plagen und die Zukunft uns ungewiss erscheint, kann ich auf seine feste Verheißung vertrauen, die Gott im Regenbogen am Himmel sichtbar gemacht hat.
Alles, was lebt, folgt seinem Rhythmus, und wir dürfen seine Gaben achten und feiern, denn nichts, was wir tun, könnte dazu führen, dass Gottes Plan aus der Bahn gerät.
Maria Wilbrink
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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