14. Sonntag im Jahreskreis | 6. Juli 2025
Meditation

Foto: Grager

Ewiger Sommer

Alles geht schnell. Wir sind ständig erreichbar, und keine Krise oder kein Problem scheint an uns vorbeizugehen. Kaum jemand hat wirklich Zeit – die Termine drängen, Verpflichtungen häufen sich, und die Anforderungen wachsen stetig.
Mit Beginn des Sommers und der Urlaubszeit fahren KollegInnen und FreundInnen nacheinander in den Urlaub. Alle sehnen sich nach einer Pause, einer Auszeit vom Stress und Trubel – für viele ist diese Zeit das Highlight des Jahres.

Doch der Sommer geht vorbei, wie auch die Ferien, und bald schon wartet wieder der Alltag mit all seinen Herausforderungen. Wenn wir in der Bibel lesen, fällt uns auf: Jesus hatte immer Zeit. Er, der Mensch gewordene Gott, trug wortwörtlich die Last der Welt auf seinen Schultern – und trotzdem nahm er sich Zeit für jeden Menschen, der ihm begegnete.

Ob die Frau am Brunnen, die Kranke am Wegesrand oder die Kinder, die zu ihm gebracht wurden – Jesus hörte zu, sprach mit ihnen, heilte und tröstete. Und wenn er Menschen warten ließ, dann nicht aus Rücksichtslosigkeit, sondern oft, um ihnen etwas Wichtiges zu lehren. Denke an die Geschichte eines Synagogenvorstehers, dessen Tochter im Sterben lag. Jesus handelte nicht sofort. Er ließ die Tochter sterben, um sie später von den Toten auferwecken zu können. Damit wollte er zeigen, dass er Herr über Leben und Tod ist.
Seine Einladung in Matthäus 11 (siehe Zitat links) gilt auch heute noch: „Kommt her zu mir!“ Er kennt die Mühen unseres Lebens, den Stress der Welt, und möchte uns genau deshalb seine befreiende Ruhe schenken.
Wenn der Sommer kurz erscheint und der Urlaub vorbei ist, erinnere dich daran: Jesus nimmt sich immer Zeit für dich. Er wartet nicht, bis der Urlaub beginnt oder die Last leichter wird – er ist in jeder Situation bei dir und möchte dir seine Ruhe schenken. Diese Erholung ist nicht auf fünf Wochen im Jahr beschränkt, sondern gilt rund um die Uhr – sogar über die Lebenszeit hinaus.
Wer diese Quelle neuer Kraft und des Friedens kennt, erlebt das Leben wie einen ewigen Sommer. Vielleicht ist die Zahl der Sonnenstunden gering, aber man weiß, wo man auftanken kann.

Maria Wilbrink

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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