4. Sonntag der Osterzeit | 11. Mai 2025
Meditation
- Offizial Dr. Gerhard Hörting zeigte vor der Weihe das Ernennungsschreiben
- Foto: Neuhold
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Der mir Kraft gibt
Es ist eine der letzten großen Ernennungen, die Papst Franziskus vorgenommen hat: An seinen „geliebten Sohn Johannes Freitag“, am 31. Jänner 2025. Der Heilige Vater sah ihn als geeignet an – und dieser Wunsch hat sich erfüllt: Johannes Freitag ist nun offiziell Weihbischof der Diözese Graz-Seckau.
Papst Franziskus hatte Johannes Freitag für dieses Amt erwählt, weil er in seinen bisherigen Aufgaben priesterliche und pastorale Verdienste erworben hat, reich an spirituellen und menschlichen Gaben ist und über große Erfahrung in Leitungsaufgaben verfügt, so schreibt er im Ernennungsdekret, das oben abgebildet ist. Er bete zu Gott, er möge Johannes Freitag und seiner Herde durch selbstlose Hingabe und die Liebe zum Kreuz ihre Freude und Stärke stets vollkommen sein lassen (vgl. Neh 8,10) in der Einheit mit Gott dem Vater und Jesus Christus, seinem Sohn (vgl. 1 Joh 1,3–4).
Die Bischofsweihe selbst war erfüllt von jahrhundertealten Ritualen und tiefer Symbolik: Die Handauflegung, um die Gnade des Heiligen Geistes zuzusprechen; das geöffnete Evangelium über seinen Kopf, um den Ursprung des kirchlichen Dienstes klarzustellen. Auch Ring, Mitra und Bischofsstab, die ihm überreicht wurden, stehen für Treue, Hirtenamt und die Aufgabe, das Evangelium zu verkünden.
Doch auch wenn wir selbst vielleicht niemals Bischofsgewänder tragen oder Post vom Papst erhalten werden, dürfen wir uns berufen wissen. Denn alle Gläubigen sind berufen von Jesus Christus; berufen, ihm nachzufolgen und sein Leben als Vorbild zu nehmen; berufen zur aktiven Liebe und Nächstenliebe; berufen zur Verkündigung des Evangeliums; und berufen zuHeiligung und geistlicher Reife. Diese Berufung ist nicht wenigen vorbehalten, sondern ein Geschenk für alle.
Und so, wie der neue Weihbischof sich während der Allerheiligenlitanei zu Boden legte – als Zeichen dafür, dass er sich dieses Dienstes nicht aus eigener Kraft würdig fühlt –, dürfen auch wir wissen, dass unsere Berufung nicht von unserem eigenen Tun abhängt, sondern vom Vater im Himmel, der uns versprochen hat, dass wir alles vermögen in ihm, der uns Kraft schenkt.
Maria Wilbrink
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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