Stimmen der Hoffnung
Meditation
- Papst Franziskus, aufgebahrt in der Kapelle des Gästehauses Santa Marta.
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Drei Spuren des Trostes
Es ist beim Letzten Abendmahl, dass Jesus und seine Jünger traurig sind (vgl. Joh 14,1–6). Sie wissen, dass etwas Schlimmes bevorsteht, wenn Jesus beginnt, die Seinen zu trösten. Aber wie tröstet der Herr?
In diesem Abschnitt aus dem Evangelium sehen wir, dass der Herr immer aus der Nähe, mit der Wahrheit und in der Hoffnung tröstet. Das sind die drei Spuren des Trostes des Herrn.
Aus der Nähe, niemals aus der Ferne. Dieses schöne Wort: „Ich bin da“. „Ich bin hier, bei euch“. Oftmals in Stille, aber wir wissen, dass er immer da ist. Diese Nähe, die auch in der Menschwerdung der Stil Gottes ist, uns nahe zu sein. Und er verwendet keine leeren Worte, im Gegenteil: Er zieht die Stille vor. Die Kraft der Präsenz. Er spricht wenig, ist aber nah.
Eine zweite Spur von Jesu Art, zu trösten, ist die Wahrheit: Jesus sagt keine formalen Floskeln, die Lügen sind: „Nein, keine Sorge, alles geht vorbei …“. Nein. Er sagt die Wahrheit und verbirgt sie nicht. In diesem Abschnitt sagt er selbst: „Ich bin die Wahrheit“ (vgl. Joh 14,6). Und die Wahrheit ist: „Ich gehe fort“, das heißt: „Ich werde sterben“ (vgl. V. 2–3). Er sagt es ganz einfach, und auch mit Sanftmut, ohne zu verletzen. Aber wir stehen vor dem Tod. Er verbirgt die Wahrheit nicht.
Und das ist die dritte Spur: Jesus tröstet in der Hoffnung. Ja, es ist ein schlechter Moment, aber „Euer Herz lasse sich nicht verwirren […]: Glaubt an mich“ (V. 1). „Ich sage euch etwas“, so sagt Jesus: „Im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten“ (V. 2). Er sagt nicht: „Nein, du wirst nicht leiden: Es ist nichts …“. Nein. Er sagt die Wahrheit: „Ich bin euch nahe: Es ist ein schlimmer Moment der Gefahr, des Todes. Aber lasst euer Herz nicht beunruhigt sein, bleibt in jenem Frieden, der die Grundlage allen Trostes ist, denn ich werde kommen und euch bei der Hand dorthin bringen, wo ich sein werde“.
Es ist nicht leicht, sich vom Herrn trösten zu lassen. Oft sind wir in den schlechten Augenblicken zornig auf den Herrn, und wir lassen nicht zu, dass er kommt und so zu uns spricht, mit dieser Milde, mit dieser Nähe, mit dieser Sanftmut, mit dieser Wahrheit und mit dieser Hoffnung. Bitten wir um die Gnade, zu lernen, uns vom Herrn trösten zu lassen. Der Trost des Herrn ist wahrhaftig, nicht trügerisch. Er ist keine Anästhesie, nein. Aber er ist nah, er ist wahr und er öffnet uns die Türen der Hoffnung.
Gekürzte Predigt von Papst Franziskus im Gästehaus Santa Marta am 8. Mai 2020.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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