3. Sonntag im Jahreskreis | 25. Jänner 2026
Kommentar
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BIBEL & LEBEN
Die Kirche nicht im Dorf lassen
Am Land sei es noch besser. Dies hört man oft, wenn es um eine Bestandsaufnahme des kirchlichen Lebens geht. Während im urbanen Raum die Glaubenspraxis einem starken Wandel unterworfen ist, werden in dörflichen Milieus traditionelle Formen weitergepflegt, und der Jahreslauf ist geprägt von kirchlichen Bräuchen. Und wir investieren viel, um diesen „Noch“-Zustand zu prolongieren.
Jesus verfolgt eine andere Strategie. Er verlässt das beschauliche Dorf Nazaret und geht nach Kafarnaum. Das ist auch nicht gerade eine Weltstadt, aber es ist ein Ort des Handels, ein Verkehrsknotenpunkt an der Straße zum Meer, das Tor zum heidnischen Galiläa, ein Schmelztiegel der Kulturen und Religionen.
Die Aufmerksamkeit Jesu bündelt sich nicht auf jene, die bereits auf ein solides Fundament an religiösen Erfahrungen und Ritualen bauen können, sondern auf Menschen, die spirituell im Dunkeln tappen, die ein Schattendasein führen und sich nach Licht sehnen.
Dafür sucht er Mitstreiter am See von Galiläa, die bereit sind, mit ihm aufzubrechen zu neuen Ufern. Wir sollen also die Kirche nicht im Dorf lassen, sondern an die Orte gehen, wo es unbequem ist, wo Menschen der Heilung bedürfen.
Alfred Jokesch
alfred.jokesch@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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