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Umrüsten statt Aufrüsten
Pax Christi Österreich schließt sich dem vor kurzem von Papst Leo XIV. ausgesprochenem „Nein“ zum Rüstungswettlauf sowie einem „Ja“ zur Abrüstung an. Sicherlich bedarf es angesichts der veränderten geopolitischen Lage einer neuen europäischen Verteidigungs- und Sicherheitspolitik. Aber ist Aufrüstung der richtige Weg?
Wir fordern ein Umrüsten, d. h. das schon jetzt sehr hohe Verteidigungsbudget durch stärkere sicherheitspolitische Integration Europas besser einzusetzen, und nicht zu einer neuen Rüstungsspirale beizutragen. Dan Smith, der Direktor des Friedensforschungsinstituts SIPRI, kritisiert die aktuelle Sicherheitsdebatte in Europa, weil „zu viel über Investitionen in Waffen und zu wenig über Investitionen in Diplomatie“ gesprochen wird. Umrüsten statt aufrüsten heißt für uns auch, finanzielle Mittel in die Hand zu nehmen, um gewaltfreie Konfliktlösungsmittel verstärkt zu erforschen und zu einer tragenden Säule der europäischen Verteidigungspolitik zu machen.
Auch Österreich muss endlich eine Sicherheitsdoktrin ausarbeiten, die das Verhältnis von Neutralität und europäischer Sicherheitspolitik in einer Weise klärt, die keine Zweifel an Österreichs Solidarität mit der Europäischen Union aufkommen lässt. Österreich sollte seine Neutralität innerhalb Europas so verankern, dass hier modellhaft der Vorrang diplomatischer Mittel und die Möglichkeiten sozialer Verteidigung vorgezeigt werden.
Prof. Dr. Wolfgang Palaver, Präsident von Pax Christi Österreich
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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