SINUS-STUDIE
Wie unterschiedlich die Menschen ticken

Foto: Neuhold

Auf Verschiebungen der Wertehaltung in unserer Gesellschaft, die auch die Pfarrseelsorge beachten sollte, machte der Marktforscher Martin Mayr in der Linzer „KirchenZeitung“ aufmerksam. Sein Institut war mit der Sinus-Milieu-Studie 2022 befasst. Diese Studie fasst Menschen in Österreich mit ähnlichen Werten und vergleichbarer sozialer Lage in sogenannte Milieus zusammen.

Demnach würden das „konservativ-etablierte Milieu“ und das „traditionelle Milieu“ am meisten über engere Kirchenbindung verfügen. Darin finden sich laut Studie 21 Prozent der österreichischen Bevölkerung über 14. Ein drittes Milieu, die „nostalgisch-bürgerliche Mitte“, komme dagegen der Kirche abhanden. Diese Gruppe, so Mayr, sehe die Kirche ähnlich wie den Staat als Institution, die versagt habe und sie nicht ernst nehme. Ein starker Auslöser für diese Meinung sei die Corona-Pandemie gewesen. Die Kirche müsse dieser Gruppe das Gefühl geben, ihre Werte zu beachten.

Sinken und vielleicht irgendwann aus der Gesellschaft verschwinden werde das „traditionelle Milieu“. Dessen Werte wie Pflicht und Sparsamkeit würden von jüngeren Generationen nicht mehr getragen.
Mayr empfiehlt der Kirche, die einzelnen Milieus auf unterschiedliche Weise anzusprechen. Die „adaptiv-pragmatische Mitte“ sei über Familienpastoral anzusprechen, die „progressiven Realisten“ und die „kosmopolitischen Individualisten“ eher über Projekte, etwa im Sozialbereich.
Pfarren sollten sich bewusst machen, wie unterschiedlich ihre Angehörigen ticken.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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