Wichtige Qualitäten

Um Wirtschaft und Kirche drehte sich die diesjährige Österreichische Pastoraltagung. Bischof Josef Marketz (l.) stellte eine gewisse Sprachlosigkeit zwischen diesen beiden Größen fest. Innsbrucks Finanzkammerdirektor Rainer Kirchmair  (Mitte) mahnte einen effizienten Umgang mit kirchlichen Geldern ein, während Pastoraltheologin Veronika Prüller-Jagenteufel (r.) den „sozialpflichtigen“ Einsatz kirchlichen Vermögens betonte. | Foto: MIG-Pictures e.U./Greil
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  • Um Wirtschaft und Kirche drehte sich die diesjährige Österreichische Pastoraltagung. Bischof Josef Marketz (l.) stellte eine gewisse Sprachlosigkeit zwischen diesen beiden Größen fest. Innsbrucks Finanzkammerdirektor Rainer Kirchmair (Mitte) mahnte einen effizienten Umgang mit kirchlichen Geldern ein, während Pastoraltheologin Veronika Prüller-Jagenteufel (r.) den „sozialpflichtigen“ Einsatz kirchlichen Vermögens betonte.
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Die Österreichische Pastoraltagung beschäftigte sich mit Fragen rund um Wirtschaft und Kirche. Vor allem in Zeiten falscher Vorbilder brauche es Werte und „mehr Liebe“.

Die traditionell zu Jahresbeginn stattfindende Österreichische Pastoraltagung setzte sich heuer mit dem Verhältnis von Kirche und Wirtschaft auseinander. „Gutes Leben. Verantwortungsvolles Wirtschaften“ lautete der Titel der Tagung vom 11. bis 13. Jänner 2024 im Salzburger Bildungszentrum St. Virgil. Die Veranstalter, das Österreichische Pastoralinstitut (ÖPI) und die Österreichische Pastoralkommission, freuten sich, rund 270 Teilnehmende begrüßen zu können.

Gutes Leben. Zwischen Kirche und einer sich schnell verändernden Wirtschaft habe sich eher Sprachlosigkeit breit gemacht, ortete der Kärntner Bischof Josef Marketz, Referatsbischof für Pastoral, in seiner Eröffnung. Nicht beabsichtigt haben die Veranstalter, einen „moralischen Zeigefinger“ zu erheben. Der Haupttitel „Gutes Leben“ stehe für eine Zielformulierung, in der sich Pastoral und Wirtschaft treffen, sagte Marketz. Nur eine theologische Auseinandersetzung mit ökonomischen Fragen stelle sicher, dass SeelsorgerInnen nicht in eines von zwei Extremen verfallen: entweder übertrieben kritisch alle wirtschaftlichen Aktivitäten zu verurteilen oder „zu Lieferanten von Spiritualität für Unternehmer und Manager zu werden, die eine Absolution für ihr Handeln verlangen“.

„Schöpfungsverantwortung macht eine andere Wirtschaft notwendig“, betonte der Grazer Wirtschaftsethiker Bernhard Ungericht. Als Leitfrage sollte dabei dienen: „In welcher Gesellschaft wollen wir leben?“
Holger Bonin, Direktor des Instituts für Höhere Studien Wien, sieht die Kirche gefordert, Werte in die Wirtschaft einzubringen. Besonders in Zeiten, wo nur auf den eigenen Vorteil bedachte Unternehmer wie Rene Benko und Elon Musk für manche als Vorbilder dienen.

„Es braucht mehr Liebe in der Arbeitswelt“, stellte Wolfgang Mayrhofer, Leiter des Interdisziplinären Instituts für verhaltenswissenschaftlich orientiertes Management, fest. Liebe und Sinngebung sind wichtige Qualitäten bei der Führung von MitarbeiterInnen, so der Experte. Die vorherrschenden Ansprüche auf Effizienz und Nützlichkeit brauchen Ergänzung durch Verständnis und Zutrauen.

Die katholische Kirche in Österreich gehört weltweit zu den „Reichen“, hat aber dennoch mit knapper werdenden Mitteln zu kämpfen und steht vor der Herausforderung, diese bestmöglich einzusetzen, erklärte der Finanzkammerdirektor der Diözese Innsbruck, Rainer Kirchmair. Besonders die Erhaltung der denkmalgeschützten Gebäude könne trotz gestiegener Einnahmen aus Kirchenbeiträgen nur durch Rücklagen gestemmt werden. Die Pastoraltheologin Veronika Prüller-Jagenteufel erinnerte daran, dass kirchliche Gelder „sozialpflichtig“ einzusetzen seien.

Quelle: Kathpress

Zum Nachlesen
Unterlagen, Handouts und Bildergalerien zur diesjährigen Pastoraltagung finden Sie unter www.pastoral.at/pastoraltagung. Der Arbeitstitel der Pastoraltagung im Jänner 2025 lautet „Als Christ:in Gesellschaft und Demokratie mitgestalten“.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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