Kirche Steiermark
Osteraugen sehen anders

Austausch, Gemeinschaft, Weiterbildung, Gebet und der Kontakt mit der Diözesanleitung stehen im Mittelpunkt der Priesterwoche, die seit vielen Jahren im September auf Schloss Seggau stattfindet. Vom Studienteil mit der Pastoraltheologin Regina Polak berichten wir nächste Woche. | Foto: Gerd Neuhold/Sonntagsblatt
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  • Austausch, Gemeinschaft, Weiterbildung, Gebet und der Kontakt mit der Diözesanleitung stehen im Mittelpunkt der Priesterwoche, die seit vielen Jahren im September auf Schloss Seggau stattfindet. Vom Studienteil mit der Pastoraltheologin Regina Polak berichten wir nächste Woche.
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Die Priesterwoche in Seggau ist ein jährlicher Fixpunkt zum gemeinsamen Nachdenken über Fragen der Seelsorge und kirchliche Weichenstellungen – beginnend mit dem Impuls des Bischofs.

Ich wünsche uns Osteraugen, die im Tod bis zum Leben … zu sehen vermögen.“ Dieser österliche Gruß von Bischof Klaus Hemmerle stand – nach dem Gebet um den Heiligen Geist – am Beginn der diesjährigen Fortbildungs- und Begegnungstage für Priester. In seinem Impuls zum Beginn des neuen Arbeitsjahres wies Bischof Wilhelm Krautwaschl darauf hin, dass der Blickwinkel, aus dem wir die Welt betrachten, Konsequenzen habe. Mit Osteraugen sehe, wer – ohne über Schwierigkeiten und Herausforderungen „hinwegzuturnen“ – sich am Auferstandenen orientiert.

Wegbereiter sein
Wir sind nicht Nachlassverwalter einer noch so kostbaren Vergangenheit, die es zu hüten gilt, sondern Wegbereiter für eine Zukunft, die wir nicht machen können, aber die kommen wird, weil Er kommt.
K. Hemmerle

Aus dem Friedenswunsch des auferstandenen Herrn leitete der Bischof die Bitte ab: „Bringen wir Frieden – im umfassenden Sinn. Welt und Kirche haben ihn nötig.“ Dazu sei es nötig, sich in unserer zerrissenen Welt, in der vieles auseinandertreibt, in der Zwiespalt und Unfriede wachsen, „in diese ‚Zwischenräume‘ hineinzubegeben und nicht nur am Rand Zuschauer zu sein“. Jesus nachzufolgen, der in diese Welt mit all ihren Widersprüchlichkeiten und Polarisierungen hineingegangen sei, bedeute, alles daranzusetzen, einander zuzuhören und zum gegenseitigen Verständnis einzuladen.

Füreinander statt auseinander. In einer komplexen und pluralen Gesellschaft müsse Kirche sich anders artikulieren, als es viele gewohnt sind. Der Bischof ermunterte dazu, sich von Vertrautem zu verabschieden und in unterschiedlichen Formen von Kirche dafür Zeugnis zu geben, dass „Vielfalt in Einheit gelebt werden kann“.
Es gebe neben Verunsicherung, Isolation und identitärer Abgrenzung auch eine tiefe Sehnsucht nach

Gemeinsamkeit und Einheit, spirituelle Suchbewegungen bei jungen Menschen seien mit großer Wachsamkeit wahrzunehmen. Davon ausgehend sei nachzudenken, in welcher Gestalt und welchen Formaten es gelingen könne, heute Christus zu verkünden. An Papst Franziskus erinnernd, machte Krautwaschl darauf aufmerksam, dass jeder getaufte Christ „aktiver Träger der Evangelisierung“ sei, nicht bloß Empfänger seelsorglichen Handelns. Er sei in dem Maße Missionar, wie er in Jesus Christus der Liebe Gottes begegnet ist.

Bischof Krautwaschl eröffnete mit seinem Impulsreferat die Priesterwoche: „Gott lässt sich nicht auf Kirchenräume begrenzen.“ Das Reich Gottes werde an vielen Orten erfahrbar. | Foto: Gerd Neuhold/Sonntagsblatt
  • Bischof Krautwaschl eröffnete mit seinem Impulsreferat die Priesterwoche: „Gott lässt sich nicht auf Kirchenräume begrenzen.“ Das Reich Gottes werde an vielen Orten erfahrbar.
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„Trial and error“. Dafür sei es wesentlich, die synodale Identität der Kirche weiter zu stärken, das „gemeinsame Unterwegssein als Volk Gottes mit Jesus in unserer Mitte“. Komplexe Situationen, wie wir sie derzeit erleben, würden nach „trial and error“ verlangen, nach Mut zum Experimentieren. In die gemeinsame Suche müssten „möglichst viele aus den unterschiedlichsten Berufungen“ eingebunden werden.
Auch mit der Diözesankonferenz sei ein Schritt gesetzt worden, der „mehr einem Suchen nach möglichen Etappen gleicht als dem Fahren auf einer Autobahn“. Es gebe kein allgemeines Rezept, Seelsorge sei Beziehungsarbeit, also vor allem Hinhören auf die Menschen und das Annehmen Gottes, der uns in ihnen begegnet.

Alfred Jokesch

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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