Weltkirche
Einheit in Verschiedenheit
- Behütet und getragen: In einer Kapelle der Comboni-Missionare in Paris feierten die Grazer Schwestern Anna (2. Reihe, r. außen) und Giulia Gasparella (2. Reihe, 2. v. r.) mit Pater Moses Otii (2. Reihe, 3. v. l.) und Jugendlichen aus Polen gemeinsam zum Jahreswechsel Gottesdienst. Am Taizé-Weltjugendtreffen in Paris erlebten 15.000 Christinnen und Christen Gemeinschaft über Konfessionen.
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Einheit in Verschiedenheit
Taizé-Treffen in Paris. Zwei Teilnehmerinnen aus Graz berichten.
Wo Christinnen und Christen unterschiedlicher Konfessionen zusammenkommen, um gemeinsam zu beten und zu singen, da weht der Geist von Taizé. Der Name des kleinen Dorfes in Südburgund steht für eines der bedeutendsten spirituellen Zentren der Christenheit. In den 1940er Jahren gegründet vom reformierten Theologen Roger Schutz, soll die Gemeinschaft „die Zerrissenheit unter den Christen und die Konflikte in der Menschheit“ überwinden helfen.
Die Kraft der Gemeinschaft von Taizé haben vor kurzem auch zwei Grazer Schülerinnen erstmals erlebt. Die 14-jährige Anna und ihre 16-jährige Schwester Giulia reisten im Dezember nach Frankreich, um in Paris am 48. Europäischen Jugendtreffen der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé teilzunehmen.
„Richtig viele Menschen!“, ist Giulias erster Eindruck. „Nicht bloß katholische“, fügt sie schmunzelnd hinzu. Tatsächlich waren etwa 15.000 Mitglieder verschiedener christlichlicher Konfessionen nach Paris gekommen. Die „Verschiedenheit zu spüren und gleichzeitig die Einheit aller in Jesus Christus“ – das sei großartig gewesen und wirke nach, sind sich die beiden Schwestern einig.
Vom Weltjugendtreffen, das am Nachmittag des 28. Dezember startete, hatten Anna und Giulia von Pater Moses Otii von den Grazer Comboni-Missionaren erfahren. Neben der Comboni-Jugendgruppe war noch ein zweiter Trupp nach Paris gereist: die Gruppe der Katholischen Hochschulgemeinde Graz, berichtet Giulia. Für die Dauer ihres Aufenthaltes wurden Anna und Giulia der Pfarre der Pariser Benediktinerinnen zugeteilt. Dort war es „bunt gemischt und lustig“, berichten sie. Man aß und betete gemeinsam mit Jugendlichen aus Polen, der Ukraine, Indien, Frankreich und Kolumbien. Größere Zusammenkünfte, etwa zum Gebet, fanden in den großen Kirchen von Paris, wie der Basilika Sacré-Cœur, statt oder in der Multifunktionsarena „Accor“ mit Platz für 20.000 Menschen.
Silvester einmal anders. Besonders beeindruckend sei der Jahreswechsel beim Jugendtreffen gewesen. „Den Silvesterabend verbrachten wir in unserer Pfarre, wo wir betend dem neuen Jahr entgegengingen“, erzählt Giulia. „Das war eine unglaublich schöne Sache.“ Um Mitternacht sei alles ruhig gewesen – nur gesungen habe man. Danach wurde zu einem „Fest der Nationen“ geladen, bei dem jede und jeder das eigene Geburtsland in Tänzen, Gedichten oder Liedern vorstellte. Die besondere Silvesterfeier endete schließlich um zwei Uhr früh – „mit Puddingessen“, erinnert sich Anna lachend.
Gemeinsam beten, lachen, diskutieren: „Es wär so cool, wenn auch die echte Welt so wäre“, sagen die beiden abschließend. Wie recht sie haben!
Anna Maria Steiner
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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