Kirche Steiermark
Die Mahnung lebt weiter

Bürgermeister Franz Jost, Lehrlingshaus-Leiterin Verena Thurner, Gerald L. Guschlbauer, Leonie Reinprecht und Leo Kuhn jun. (v. l.) mit dem neu errichteten Kuhn-Gugig-Denkmal bei der LBS Fürstenfeld. | Foto: Wolfgang Bendekovits
  • Bürgermeister Franz Jost, Lehrlingshaus-Leiterin Verena Thurner, Gerald L. Guschlbauer, Leonie Reinprecht und Leo Kuhn jun. (v. l.) mit dem neu errichteten Kuhn-Gugig-Denkmal bei der LBS Fürstenfeld.
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Kuhn-Gugig-Denkmal in Fürstenfeld enthüllt.

An der Landesberufsschule (LBS) Fürstenfeld wurde zwei Überlebenden der Tötungsmaschinerie des Nationalsozialismus, Leo Kuhn und Willi Gugig, ein Denkmal gesetzt. Beide waren über mehrere Jahre, bis zu ihrem Tod, als Zeitzeugen an der LBS Fürstenfeld zu Gast gewesen.

Leo Kuhn war aus politischen Gründen von den Nazis verfolgt worden, Willi Gugig aus sogenannt „rassischen Gründen“. Kuhn überlebte die Konzentrationslager Mauthausen und Ebensee, Gugig das KZ Buchenwald. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges musste Willi Gugig feststellen, dass er als Einziger seiner in Europa verbliebenen Familie den Holocaust überlebt hatte.

Aus einem Ideenwettbewerb der Schule zur Errichtung eines Denkmales war die 18-jährige Leonie Reinprecht als Siegerin hervorgegangen. Ihr Entwurf wurde realisiert, und am 5. Mai 2025, exakt 80 Jahre nach der Befreiung des KZ Mauthausen, wurde auf dem Gelände des Lehrlingshauses Fürstenfeld das Denkmal enthüllt. Der Aufstellungsort ist so gewählt, dass es auch für zufällig vorbeikommende Passanten jederzeit leicht zugänglich ist.

Gerald L. Guschlbauer, Initiator des Projekts und langjähriger Pädagoge im Lehrlingsheim, erläuterte in seiner Ansprache, wodurch Leonie Reinprecht die Jury letztlich überzeugt hatte: Ihr Entwurf bleibe nicht in der Vergangenheit stehen. Dass auf einer stilisierten Friedenstaube die Begriffe für Werte (Menschenrechte, Friede, Demokratie, Zivilcourage, Toleranz) zu lesen sind, biete vielmehr einen Impuls zur Lösung der weltweiten Probleme der Gegenwart und Zukunft an.

Das Denkmal selbst entstand in Kooperation mit weiteren Landesberufsschulen: Die Glasskulptur wurde von der LBS Graz 4 und die Metallkonstruktion von der LBS Mureck gefertigt; die Betonelemente stammen von der Firma Heinrich Bau-GesmbH und der LBS Fürstenfeld.

Unter den Teilnehmenden am Festakt war Leo Kuhn junior. Er betonte, dass sein Vater dieses Denkmal sehr geschätzt hätte. Ihm selbst bedeute es viel, dass dessen Werte auf diese Weise weiterleben.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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