Jubiläum - KMB
Auf diese Männer kann man bauen

Zum jährlichen Besinnungsvormittag sind alle KMB-Mitglieder steiermarkweit eingeladen –2016 in Fernitz. | Foto: Neuhold
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  • Zum jährlichen Besinnungsvormittag sind alle KMB-Mitglieder steiermarkweit eingeladen –2016 in Fernitz.
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75 Jahre Katholische Männerbewegung Steiermark. Ein Blick in mehrere Gruppen zeigt das vielfältige Engagement von Männern in steirischen Pfarren.

Wenn in der Pfarre helfende Hände gebraucht werden, zum Beispiel für eine Agape, zum Christbaum-Aufstellen, beim Friedenslicht-Verteilen oder um anderswo anzupacken, sind sie vielerorts sehr gefragt: die Männer von der KMB – kurz für: Katholische Männerbewegung. Auf 1818 Engagierte in 73 KMB-Gruppen können die steirischen Pfarren dabei bauen.

Peter Unterberger ist einer von ihnen. In der KMB-Gruppe der Pfarre Anger bei Weiz engagiert er sich schon seit vielen Jahren. „Die Meinung der Männer ist wichtig“, ist Unterberger überzeugt. Und dass Männer sich auch dem Zeitgeist der Veränderung stellen müssen – in einer KMB-Gruppe auf Basis des christlichen Glaubens. In Anger passiert das konkret monatlich beim Männerstammtisch. Jeden dritten Sonntag im Monat treffen sich die KMB-Männer nach dem Gottesdienst im Gasthof Thaller. Warum gerade im Gasthaus? „Wir wollen uns nicht im Pfarrhof verstecken, sondern einen öffentlichen Raum aufsuchen“, erklärt der KMB-Mann aus Anger.
Jeder Stammtisch startet mit einem Impulsreferat und einer anschließenden Diskussion. Es geht Peter Unterberger um den Meinungsaustausch, bei dem „Argumente und Ideen zu verschiedenen Tagesthemen“ ausgetauscht werden. Hinhören – seine eigene Meinung sagen – andere Meinungen verstehen und akzeptieren – sind drei Schritte, die er als grundlegend für den Stammtisch nennt, der für alle Männer offen ist.

Einen Plan in die Realität umsetzen
In der Pfarre Fohnsdorf gibt es „Gott sei Dank“ viele Männer, die „bei Bedarf engagiert, aktiv und sehr hilfsbereit zur Verfügung stehen“, erzählt Alexander Maier. Um diese hilfsbereiten Männer zu bündeln und zu organisieren, gründete er zusammen mit drei Freunden 2021 eine KMB-Gruppe, die aktuell bereits 24 Mitglieder zählt.
Um den Start der KMB-Gruppe Fohnsdorf sichtbar zu machen, überlegte sich die Gruppe ein Projekt. Schnell war es gefunden: die Errichtung einer neuen Glockenüberdachung direkt am Kirchplatz. Mit einem Schild mit der Aufschrift „Errichtet von der KMB Fohnsdorf“ sind alle Pfarrmitglieder, Kirchgänger und andere Vorüberkommende informiert: Hier gibt es eine KMB-Gruppe. Als Kernkompetenz einer Vereinigung katholischer Männer nennt Maier: „Gemeinsam Hand anlegen, etwas bauen oder revitalisieren, einen Plan in die Realität umsetzen.“

Das Pfarrleben aktiv mitgestalten
Ein Fixpunkt im Jahreskreis der Pfarre Gnas ist die Krippe mit lebensgroßen Figuren aus Massivholz, die die KMB seit rund zehn Jahren im Advent auf dem Kirchplatz aufstellt. Alles ehrenamtlich organisiert und mit Spenden finanziert. Am Heiligen Abend erfreuten einige echte Schafe rund um die Krippe die kleinen und großen BesucherInnen der Kindermette. Deutliche Freude schwingt in Gottfried Konrads Stimme mit, wenn er davon erzählt.
Auch auf die 93 Mitglieder ist er stolz. „Es gibt viele gute, positive Leute“ und zu diesen geselle er sich gern, erklärt Konrad seine Motivation, bei der KMB zu sein. Außerdem ist es ihm ein großes Anliegen, das Pfarrleben mitzugestalten und aktiv zu halten. „Es ist schön, ein Teil davon zu sein“, resümiert er.
Franz Josef Brunnader, Vorsitzender der KMB Steiermark, stößt in das gleich Horn, wenn er betont, dass durch die KMB der Glaube in den Familien weitergegeben und so aktives Pfarrleben vor Ort gesichert wird.

Menschen Hoffnung schenken
Zur Aktion „Sei So Frei“ (siehe Spalte) lädt Gottfried Konrad, wie in vielen Pfarren üblich, jemanden ein, um beim Gottesdienst von der Entwicklungsarbeit der KMB zu berichten. „Wenn die Leute sehen: mit dem Geld geschieht etwas Gescheites“, dann spenden sie großzügiger, verrät Konrad sein Geheimrezept für das jährlich überdurchschnittliche Spendenergebnis. Mit „Sei So Frei“ über den „eigenen Kirchturm hinausschauen“ ist auch Peter Unterberger von der KMB Anger wichtig. Es ist ihm ein Herzensanliegen, dass mit den Spenden aus der Steiermark vielen Menschen die „Hoffnung auf ein menschenwürdiges Leben in ihrer Heimat“ geschenkt wird. Dem schließt sich auch KMB-Steiermark-Vorsitzender Franz Josef Brunnader an. Es macht ihn stolz, dass die KMB „über Sei So Frei einen deutlichen Fußabdruck“ im globalen Süden hinterlässt.

Die Krippe der KMB Gnas ist ein beliebter Fixpunkt im Jahreslauf der Pfarre. | Foto: Konrad
  • Die Krippe der KMB Gnas ist ein beliebter Fixpunkt im Jahreslauf der Pfarre.
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Ein Blick in den Jahresbericht einer KMB-Gruppe beeindruckt: vom Sternsingen-Mitgehen, einem Gottesdienst zum Valentinstag, regelmäßigen Besinnungstagen und Andachten, Diskussionsveranstaltungen, Radwallfahrten, Schuhputzaktionen für den guten Zweck und vielem mehr ist da zu lesen. Und das multiplizieren Sie jetzt mit 75. Denn 75 Jahre Katholische Männerbewegung in der Steiermark heißt mehr als sieben Jahrzehnte mitgestaltetes Pfarrleben, Weiterbildung, persönliches spirituelles Wachstum, Einsatz für Menschen in Nah und Fern in der ganzen Steiermark. Ein einzelnes Vergelt‘s Gott wirkt daneben mehr als klein.

Katharina Grager

Den Romero-Preis für Menschenrechte verleiht die KMB alle zwei Jahre. Im Bild die Preisverleihung 2014 in Fernitz an Sr. Veronica Petri aus Tansania und Anastácio Ribeiro aus Brasilien.
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  • Den Romero-Preis für Menschenrechte verleiht die KMB alle zwei Jahre. Im Bild die Preisverleihung 2014 in Fernitz an Sr. Veronica Petri aus Tansania und Anastácio Ribeiro aus Brasilien.
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Sei So Frei – für eine gerechte Welt

Seit mittlerweile 65 Jahren setzt sich Sei So Frei für gerechte Lebenschancen ein, damit Menschen im globalen Süden in Freiheit und Würde leben können. Sei So Frei arbeitet mit Partnerorganisationen aus Afrika und Lateinamerika zusammen. Dazu gehören Selbsthilfegruppen, Bauernvereinigungen, Basisgruppen sowie unabhängige Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs). In den letzten Jahren war Sei So Frei Steiermark vor allem in den Projektländern Tansania, Brasilien und Peru aktiv. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Bereichen Bildung, Gesundheit, Wasser, Nachhaltige Landwirtschaft und Menschenrechte.

1996 wagte die Katholische Männerbewegung, die Grundidee des ehemaligen Namens „Aktion Bruder in Not“ zu
hinterfragen. Die Antwort erfolgte in einem neuen Konzept: Die Freiheit, die wir genießen, wird dafür eingesetzt, dass auch die Menschen in Afrika und Lateinamerika ihre Freiheit als Kinder Gottes entfalten können. Sei So Frei soll ein Zeichen der Hoffnung und des Mutes für all jene Menschen sein, die kaum Freiheiten haben. Ein Zeichen für die Befreiung von Unterdrückung, Hunger, Krankheiten und Bildungsarmut im befreiungstheologischen Sinne und dafür, dass Menschen auf ihrem oft schwierigen Weg nicht allein sind.
Alle zwei Jahre verleiht die Katholische Männerbewegung außerdem den Romero-Preis. Er ist der wichtigste Menschrechtspreis Österreichs und zeichnet Menschen für ihr herausragendes Engagement für Gerechtigkeit und Entwicklung aus.

Diözesankonferenz
Am 4. November lädt die KMB Steiermark alle Mitglieder zur Diözesankonferenz ins Schloss Seggau. Der Tag rundet die 75-Jahr-Feierlichkeiten ab. Anmeldung erbeten: 0316/8041-395; kmb@graz-seckau.at

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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