Naturschutz
Ab auf die Alm
- Nicht nur reden – anpacken! Freiwillige setzten sich eine Woche mit Maßnahmen wie Aufforstung, Schutz- und Pflegearbeiten, Erosionssicherung oder Steigbau aktiv für den Erhalt und die Stabilität des Bergwaldes ein.
- Foto: Johanna Rotheneder
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Sonne, Schweiß und Schwenden: Ein Familien-Naturschutzprojekt der besonderen Art im Sölktal.
Vom 13. bis 19. Juli 2025 fand im Naturpark Sölktäler ein besonderes Naturschutzprojekt statt: Das Bergwaldprojekt auf der Gumpenalm vereinte engagierte Freiwillige, Naturschutzexperten und Almbewirtschafter, um gemeinsam wertvolle Almweideflächen zu pflegen und zu erhalten. Die Projektwoche richtete sich an Familien mit Kindern und entstand aus der bewährten Zusammenarbeit zwischen dem Österreichischen Alpenverein, dem Naturpark Sölktäler und der Agrargemeinschaft Gumpenalm.
Nur wenige wissen, wie viel Arbeit hinter einer intakten Alm steckt. Über Jahrhunderte hinweg hat das traditionelle Beweiden der Almflächen eine artenreiche und offene Landschaft entstehen lassen – ein Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere, der ohne Pflege bald verloren ginge. Der Klimawandel, geänderte Wirtschaftsbedingungen und Personalmangel setzen diesen sensiblen Flächen zunehmend zu. Sträucher, Fichten und invasive Pflanzen wie der Weiße Germer drohen, die Wiesen zu überwuchern. Genau hier kommen die helfenden Hände der Alpenvereins-Familien gerade recht. Egal ob Eltern mit Kindern, die Großeltern mit Enkelkindern oder Patchworkfamilien, beim Schwenden (siehe Infobox) ist jeder willkommen.
Die freiwilligen HelferInnen waren auf rund 1100 Metern Seehöhe im einfachen, aber gemütlichen „Berghaus in der Walchen“ untergebracht. Jeden Morgen fuhren sie auf die Gumpenalm und erlebten diese nicht als Ausflugsziel, sondern als Arbeitsraum mit Allem was dazugehört. „Gerade für Kinder und Jugendliche ist es eine einzigartige Erfahrung, zu verstehen, wie viel Hingabe und traditionelles Wissen hinter einer gepflegten Alm steckt“, erklärt Gabriele Trinker, Geschäftsführerin des Naturparks Sölktäler. „Das Projekt schafft eine wertvolle Brücke zwischen Stadt und Land und zeigt, dass Naturschutz durch gemeinschaftliches Handeln nicht nur möglich, sondern auch bereichernd ist.“ Neben der Arbeit gab es aber auch Zeit zur Erholung: Ein Ruhetag mit Käseverkostung in der Schaukäserei „Hüttstädterhof“ in Aigen im Ennstal, eine Wanderung oder ein Badeausflug sorgten für Abwechslung. Diejenigen, die dabei waren, nahmen nicht nur Muskelkater mit nach Hause, sondern auch Lust, wiederzukommen.
Alpenverein Österreich
Familien-Bergwaldprojekt
Es ist Teil einer langjährigen Kooperation, die bereits seit 2006 erfolgreich läuft. Hunderte Freiwillige haben bereits in insgesamt elf Bergwaldprojekten und einer Umweltbaustelle im Naturpark mitgearbeitet. Sie und Almbauern schwenden gemeinsam mit Astscheren und Handsägen. Gehölz wird zurückgedrängt, der weiße giftige Germer ausgestochen, Lawinenholz und Steine von den Wiesen entfernt. Ohne Projekte wie dieses würden viele Almflächen verbuschen oder vollständig verwalden.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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