5.Fastensonntag/26: Dr. Isaac Padinjarekuttu
Wer ist Jesus? Er ist der Messias

Die Auferweckung des Lazarus, Thomas Friedrich Gedon zugeschrieben, um 1756. Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Dreieichen.  | Foto: Museum Am Dom
  • Die Auferweckung des Lazarus, Thomas Friedrich Gedon zugeschrieben, um 1756. Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Dreieichen.
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Am fünften Fastensonntag hören wir die dritte lange Erzählung aus dem Johannesevangelium in der Fastenzeit: die Auferweckung des Lazarus. Zusammen mit der Begegnung Jesu mit der Samariterin und der Heilung des Blindgeborenen bildet diese Geschichte eine bewusst ausgewählte Reihe von Evangelien für die Fastenzeit. In der Osternacht wurden und werden Erwachsene getauft und die Evangelien der Fastenzeit dienen dazu, sie Schritt für Schritt in den Glauben einzuführen.

Jesus: Wasser, Licht und das Leben

Dabei zeichnen die drei Geschichten eine klare Linie. In der Begegnung mit der Samariterin spricht Jesus vom „lebendigen Wasser“, das den Menschen wirklich erfüllt. Bei der Heilung des Blindgeborenen wird deutlich, dass der Glaube eine neue Art des Sehens schenkt. Im heutigen Evangelium von Lazarus wird der Bogen noch weiter gespannt. Es geht um Leben und Tod und die Hoffnung über den Tod hinaus. In allen drei Erzählungen steht letztlich dieselbe Frage im Mittelpunkt: Wer ist Jesus? Und in allen drei kommt es zu einem Bekenntnis: Er ist der Messias, der Christus. In ihm finden Menschen das lebendige Wasser, das Licht und schließlich das Leben selbst.

Jesus spricht nicht nur vom Leben, sondern er ist das
Leben selbst.

Die Lazarus-Erzählung enthält allerdings auch einige Details, die zunächst befremdlich wirken. So bleibt Jesus beispielsweise noch zwei Tage dort, wo er gerade ist, als er von der schweren Krankheit seines Freundes hört. Doch Johannes will damit deutlich machen: Nicht Krankheit und Tod bestimmen das Geschehen, sondern Jesus selbst. Seltsam klingen auch seine Worte: „Ich will, dass ihr glaubt.“ Ging es ihm denn nicht um seinen Freund? Ist dieser nur Mittel zum Zweck? Nein, denn Jesus handelt souverän, weil er das größere Ziel im Blick hat: dass Menschen zum Glauben kommen.

Dann kommen wir zur zentralen Aussage der Erzählung: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ Damit wird eine ungeheure Perspektive eröffnet. Jesus spricht nicht nur vom Leben, sondern er ist das Leben selbst.

Menschlicher Jesus

Gleichzeitig begegnet uns ein sehr menschlicher Jesus. Am Grab seines Freundes ist er „im Innersten erschüttert“ und weint schließlich. Dieser Jesus ist uns nah. Er kennt die Trauer, die Ohnmacht und die Tränen, die man empfindet, wenn ein geliebter Mensch stirbt. Christlicher Glaube bedeutet also nicht, Schmerz und Trauer zu ignorieren. Jesus teilt sie mit uns.
Und doch bleibt er nicht beim Grab stehen. Er ist zugleich der Herr über den Tod. Als Zeichen dafür, dass Gottes Leben stärker als der Tod ist, ruft er Lazarus aus dem Grab heraus. Viele der Juden, die das sehen, glauben an Jesus. Das ist gut vorstellbar. Nach einem solch spektakulären Ereignis finden viele zum Glauben an Jesus. Bei einer solchen Erfahrung wäre mein Glaube wohl auch fest und unumstößlich. Oder wäre er das wirklich?
Brauchen wir ein Wunder? Würde ein Wunder tatsächlich etwas bewirken? Interessant ist, dass Marta ihr Glaubensbekenntnis „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist“ bereits vor dem Wunder spricht. Ihr Glaube entsteht also nicht erst durch das Wunder, sondern durch die Beziehung zu Jesus und das im Laufe der Zeit gewachsene Vertrauen.

Christlicher Glaube ist
Auferstehungsglaube

Letztlich stellt sich für uns eine sehr persönliche Frage: Was geschieht mit mir, wenn ich sterbe? Gibt es Hoffnung über den Tod hinaus? Gibt es jemanden, der stärker ist als meine Angst? Die Antwort des Evangeliums ist klar: „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ Christlicher Glaube ist Auferstehungsglaube. Jede Osterfeier ruft uns dazu auf, diese Hoffnung zu stärken.

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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