29. Sonntag 2025: Pater Franz Gassner
„Ohne Gebet ist Mission zwecklos“

Der hl. Arnold Jansen SVD (1837-1909) war ein deutscher Missionar und der Gründer der Steyler Missionare. Das Ölgemälde von Br. Lucas Kolzem zeigt den Ordensgründer betend. | Foto: zVg
  • Der hl. Arnold Jansen SVD (1837-1909) war ein deutscher Missionar und der Gründer der Steyler Missionare. Das Ölgemälde von Br. Lucas Kolzem zeigt den Ordensgründer betend.
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Die heilige Theresia von Lisieux, Patronin der Weltmission, sagte: „Il vaux mieux parler a Dieu, que de parler de Dieu“ – „Es ist besser zu Gott zu sprechen, als über ihn zu sprechen.“ Mit Gott sprechen, zu ihm beten, ist also sehr wichtig, ist von hoher Bedeutung! Gott ist uns immer zutiefst verbunden, er ist an unserer Seite, „er schläft nicht‘ (Psalm 121), er setzt sich für uns ein, wenn wir uns an ihn wenden!

Für den Gründer der Steyler Missionare, den heiligen Arnold Janssen SVD (1837-1909), war das Gebet die Grundlage seines Einsatzes für Menschen und Weltmission. Im Jahr 1875, also vor 150 Jahren, gründete er das erste Missionshaus in Steyl, Holland, und das zweite dann 1889 in Österreich, St. Gabriel bei Mödling. „Allezeit beten, und darin nicht nachlassen“, das hat er seinen Missionaren ans Herz gelegt. Der heilige Arnold Janssen ließ in seinen Missionshäusern das Viertelstundengebet beten. Die Arbeit, die Vorlesungen etc., wurden viermal pro Stunde kurzzeitig unterbrochen, um eben das Viertelstundengebet zu beten. Eine Hausglocke läutete dazu alle 15 Minuten.

„Allezeit beten, und darin nicht nachlassen.“

Oft wird der heilige Arnold Janssen deshalb als inständiger Beter für die Weltmission dargestellt, auf einem Knieschemel, den Willen Gottes „erbittend“, wie Moses in der Lesung, wie die arme Witwe im Evangelium. Im Jahre 1889 führte ihn sein Einsatz zur Gründung der Steyler Missionsschwestern, der „Dienerinnen des Heiligen Geistes“ (Congregatio Servarum Spiritus Sancti, Ordenskürzel SSpS), heute ein globaler missionarischer Frauenorden im Einsatz für Bildung, vor allem der Armen und Ausgegrenzten, in Österreich oft „Stockerauer Schwestern“ genannt, mit ihrem Hauptsitz in Stockerau. Aber das echte Powerhaus schuf Pater Janssen 1896 mit der Gründung der Steyler Anbetungsschwestern, auch „Pink Sisters“ genannt, wegen ihres rosa Ordenskleides, die für die Menschen und die Missionare beten. Heute wirken 9.000 Mitglieder der Steyler Ordensfamilie weltweit, bezeugen die Frohe Botschaft sehr vielfältig, dazu die vielen Laienmissionare. Aber alles Wirken gründet im Gebet! Ohne Gebet ist Missionsarbeit zwecklos!

Das Gebet und die Pionierarbeit des hl. Arnold Janssen brachte reiche Frucht für die Kirche und ihre Weltmission. Allein von St. Gabriel aus wurden 2.500 Missionare in die weite Welt gesandt. So gründeten die Steyler Missionare 1923 das St. Augustine Seminary, das erste Priesterseminar für Afro-Amerikaner in den Vereinigten Staaten, in Bay St. Louis, Mississippi, bei New Orleans. Zahlreiche afro-amerikanische Bischöfe gingen aus diesem Seminar hervor. Auch in China setzten sich die Steyler Missionare sehr für die Ausbildung eines chinesischen Klerus ein. Für die Provinz Shangtung wurde 1939 der Chinese und Steyler Pater Thomas Tien SVD zum Bischof in Rom geweiht. Er wurde 1946 durch Papst Pius XII. zum ersten farbigen Kardinal der Neuzeit ernannt. Wie der hl. Arnold Janssen, war Kardinal Tien ein eifriger Beter, er betete vor allem den Rosenkranz, auch während seiner schweren Zeit im Exil.

Ich selber wurde 2012 von St. Gabriel nach China, Macau S.A.R. gesandt, um an der neuen Katholischen Universität St. Joseph zu unterrichten und zu forschen. In Hongkong wurde vor kurzem der Grundstein einer neuen Pfarrkirche in Tung Chung, Insel Lantau, gelegt, einem aufstrebenden Entwicklungsgebiet Hongkongs, das von den Steyler Missionaren betreut wird, und wo schon der hl. Pater Josef Freinademetz SVD 1879 gewirkt hat.

Gott reagiert auf „unser
Sprechen mit ihm“.

Die Lesungen am Weltmissions-Sonntag ermutigen uns, „allezeit zu beten“, den Willen Gottes für unser Leben im Gebet zu „ertasten“, geleitet vom Heiligen Geist. In jeder Herausforderung dürfen wir uns ganz, mit Haut und Haar, Gott anvertrauen, wie es ja auch Maria tat. Gott kann jedes Geschick zum Positiven wenden, „nichts ist bei ihm unmöglich“, wie es ja Mose und Aaron erfuhren, oder die standfeste Witwe im Evangelium, die zu ihrem Recht kommt. „Betet ohne Unterlass!“ Beten wir vor allem um mehr Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung Gottes! Und um Heilung und Heiligung unserer Familien. Gott bleibt uns und unserem Schicksal zutiefst verbunden. Nichts lässt ihn egal oder kalt! Hundertprozentig reagiert er auf unser Gebet, auf unseren Glauben, auf „unser Sprechen mit ihm“ (hl. Theresia von Lisieux). Natürlich antwortet er auf seine eigene Art und Weise, seinem Weitblick folgend, aber immer zum Heil aller Menschen in dieser Welt.

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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