1.Fastensonntag 26: H. Mauritius Lenz
Fastenbrechen oder sich festmachen im Glauben
- Das Sandarion-Kloster am Hang und die Festung Dok auf dem Gipfel des Berges der Versuchung.
- Foto: Wikipedia.org/Tomar Hayardeni (Tamarah)
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Breaking bad“, was im Deutschen sinngemäß bedeutet, vom rechten Weg abzukommen, ist der Titel einer erfolgreichen US-amerikanischen Fernsehserie. Es wird die Geschichte eines biederen Chemielehrers und Familienvaters namens Walter White erzählt, der eines Tages mit einer Krebsdiagnose konfrontiert wird. Da die zu erwartenden hohen Behandlungskosten durch seine Krankenversicherung nicht gedeckt sind, steht die Familie vor einem schier unlösbaren Problem.
Der Sohn ist noch unversorgt und seine Frau erwartet ein weiteres Kind. Mr. White will seine Angehörigen vor einer finanziellen Not bewahren und sie nach seinem Tod abgesichert wissen, weshalb er sich schließlich dazu durchringt, mit einem ehemaligen Schüler, der in die Drogenszene geraten ist, selbst hochwertiges Methamphetamin in einem geheimen Labor herzustellen, um damit eine große Menge Geld zu verdienen. In der Folge gerät er immer mehr in ein Gestrüpp von Lüge und Kriminalität, in das auch seine nächste Umgebung zunehmend hineingezogen wird. Die Versuchung sah anfangs ganz harmlos aus, doch das Böse zieht schließlich immer weitere Kreise.
Deal mit dem Teufel
Auf dem Schutzengel-Altar in der Stiftskirche Herzogenburg, gemalt vom Künstler Bartolomeo Altomonte, werden verschiedene Versuchungen, vor denen der junge unerfahrene Mensch bewahrt werden soll, allegorisch dargestellt. Eine von ihnen ist der Geldteufel, der am Wegrand lagert und werbend nach dem Knaben Ausschau hält. Er wirkt nicht gerade sympathisch, eher etwas schmuddelig, aber abschreckend sieht er auch nicht aus. Man könnte es also mit ihm versuchen und damit manches Problem aus der Welt schaffen. Und schon gibt man seinen Charakter und seine Prinzipien auf und verkauft seine Seele dem „Teufel“. Der Deal verspricht einem den schnellen Erfolg, ein Leben ohne Sorgen, eine gesicherte; vielleicht sogar hohe Position.
Wie zeitlos die Aussage des barocken Bildes ist, denn der Mensch ist und bleibt verführbar, seit er die paradiesische Unschuld verloren hat.
Berg der Versuchung im
Heiligen Land
Pilger im Heiligen Land werden auch zum Berg der Versuchung geführt. In einer Höhle hoch über dem Tal soll der Überlieferung nach Jesus 40 Tage mit Fasten zugebracht haben. Unterhalb des Berges liegt die Oasenstadt Jericho. Sie ist reich an Palmen, denn in ihr gibt es genügend Wasser. Die besten Datteln des Landes, so sagt man, würden in Jericho geerntet werden.
Obwohl Gottes Sohn, ist er Mensch wie wir und weiß um die existenziellen Nöte.
Welch ein Kontrast ist doch zwischen dem kargen, öden Felsengebirge und der üppigen Stadt voller Leben. Wer von dort oben herunterblickt und Hunger und Durst hat, muss sehr stark sein, um nicht der Versuchung zu erliegen und das Fasten zu brechen. Der Versucher rückt Jesus in dieser Situation ganz schön auf den Leib. Obwohl Gottes Sohn, ist er Mensch wie wir und weiß um die existenziellen Nöte.
Doch er ist tief verankert in der Zuversicht und im Vertrauen, dass der himmlische Vater für ihn sorgt. Seine Hoffnung erfüllt sich schließlich, indem die Engel ihm dienen, nachdem der Teufel von ihm abgelassen hat. Im Englischen übrigens hat das Wort „Fasten“ die Bedeutung von festmachen, befestigen oder anschnallen. So können wir unser deutsches Wort fasten auch verstehen. Wenn es uns einmal aus der Bahn zu werfen droht, sind wir doch gut angeschnallt.
Fastenzeit Reiseroute nach Ostern
Die 40 Tage der Fastenzeit bieten uns die Gelegenheit, unser Leben in Gott festzumachen, unser Vertrauen auf seine Vorsehung zu festigen, ganz im Sinne von „fasten seat belt“ auf unserer Reiseroute nach Ostern.
Autor:Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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