Dreifaltigkeitssonntag 2026: Dr. Prader
Der dreifaltige Gott ist ohne Liebe nicht vorstellbar

Das Dreifaltigkeitsbild aus dem Jahr 1614 bildet das Herzstück des vom Tiroler Baumeister Melchior Hefele konzipierten und 1755/56 errichteten Hochaltars der Wallfahrtsbasilika Sonntagberg.  | Foto: Wolfgang Zarl
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  • Das Dreifaltigkeitsbild aus dem Jahr 1614 bildet das Herzstück des vom Tiroler Baumeister Melchior Hefele konzipierten und 1755/56 errichteten Hochaltars der Wallfahrtsbasilika Sonntagberg.
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Der Dreifaltigkeitssonntag ist der Sonntag, bei dem es um das Zent-ralgeheimnis des Christentums geht. Unser Gott ist nicht ein einsamer Gott, sondern er ist Gemeinschaft. In Gott sind drei Personen, die sich ununterbrochen unendliche Liebe schenken.

Viele gescheite Theologen haben sich schon den Kopf zerbrochen, um dieses Geheimnis zu ergründen und sind an ihre Grenzen gestoßen. Es gibt immer nur Annäherungen, Beschreibungen und Bilder, die die Wirklichkeit leider nicht vollständig durchdringen. Wir können versuchen, eine Hilfe zu geben, um uns diese Offenbarung besser vorzustellen, aber ganz durchleuchten werden wir sie nie.

Bekannte Bilder wie das dreiblättrige Kleeblatt des heiligen Patrick, sind uns vielleicht bekannt. Damit versuchte er in Irland den Menschen die Heiligste Dreifaltigkeit näherzubringen und zu erklären. Bis heute ist das Kleeblatt das Symbol der irischen Insel. Oft sehen wir als Symbol auch das Dreieck, das drei Seiten hat und doch nur eine geometrische Figur ist. Im Religionsunterricht habe ich beim Thema Dreifaltigkeit oft drei Kerzen mitgenommen, sie angezündet und die Dochte sich berühren lassen, sodass nur eine Flamme zu sehen war.

Messe: Segen mit den Worten der Dreifaltigkeit

Wenn wir das Kreuzzeichen zu Beginn der heiligen Messe machen, dann treten wir bewusst in den Lebensraum Gottes ein. Dieser Raum wird zum Segensraum, wenn wir uns vom Priester mit den Worten der Dreifaltigkeit am Ende der Heiligen Messe segnen lassen.

Die Dreifaltigkeit kann man hinreichend nicht ohne die Liebe beschreiben. So ist auch die Familie ein Bild für das Geheimnis des dreifaltigen Gottes. Eine Familie braucht wenigstens drei Personen: Vater, Mutter und Kind. Eine Familie ohne Liebe ist nicht vorstellbar. Ebenso ist der dreifaltige Gott ohne Liebe nicht denkbar. Diese Liebe Gottes wurde fruchtbar, als er sagte: „Lasst uns den Menschen machen.“ Was meinte Gott mit der Formulierung: „Lasst uns…“ Das Alte Testament kannte den einen Gott in drei Personen noch nicht, und doch lesen wir bei der Erschaffung des Menschen: „Lasst uns den Menschen machen.“ Dies ist wiederum ein Zeichen, dass die Heilige Schrift Gottes Wort ist und dass sie vom Heiligen Geist durchdrungen ist.

Unser Gebet zu Gott ist ein Zeichen, dass auch wir ihn lieben und dass wir unseren Dank zeigen für die Güte und alle Gnaden, die er uns geschenkt hat.

Die Dreifaltigkeit ist also das innerste Geheimnis Gottes, das uns von Jesus geoffenbart wurde. Wenn wir zur Heiligsten Dreifaltigkeit beten, wissen wir, dass unser Gott, an den wir glauben, ein Gott der Liebe ist. Unser Gebet zu ihm ist ein Zeichen, dass auch wir ihn lieben und dass wir unseren Dank damit zeigen für all die Güte und alle Gnaden, die er uns geschenkt und erwiesen hat.

Das Wesen des Geheimnisses ist, dass es sich uns in gewisser Weise öffnet und Einblick gewährt. Wenn wir eine Blumenblüte betrachten, dann kann sie sich uns gegenüber ein Stück weit öffnen. Wir können einen kleinen Blick in das Innere machen, wir dürfen manche Details erkennen. Diese Blüte kann sich uns aber auch wieder verschließen. Dadurch bleibt diese Blüte immer auch geheimnisvoll.

Christus hat uns geoffenbart und erschlossen, was das Wesen Gottes ist. Und dennoch bleibt es uns Geheimnis: Wir können es einmal mehr, einmal weniger erfassen. Wir bekennen die Dreifaltigkeit in den drei Personen auch im Glaubensbekenntnis. Die göttlichen Personen unterscheiden sich durch ihre Beziehungen zueinander:
Der Vater zeugt den Sohn. Der Sohn wird vom Vater von Ewigkeit her gezeugt. Der Heilige Geist geht vom Vater und vom Sohn aus. Es gibt keine Teilung des göttlichen Wesens. Was der Vater tut, tun auch der Sohn und der Heilige Geist.

Wir werden einmal staunen, wenn wir im Himmel dieses Geheimnis schauen dürfen. Ein Gott in drei Personen wird uns dort in seine Gemeinschaft aufnehmen und uns für immer glücklich machen.

Das Dreifaltigkeitsbild aus dem Jahr 1614 bildet das Herzstück des vom Tiroler Baumeister Melchior Hefele konzipierten und 1755/56 errichteten Hochaltars der Wallfahrtsbasilika Sonntagberg.  | Foto: Wolfgang Zarl
Dr. Helmut Georg Prader | Foto: zVg
Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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