Wort zum Sonntag - von Mag. Christian Poschenrieder
Dank für alles, was Gott uns schenkt

Erntedank erinnert uns daran, dass wir Gott immer nur mit dankbarem Herzen gegenübertreten sollen.
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  • Erntedank erinnert uns daran, dass wir Gott immer nur mit dankbarem Herzen gegenübertreten sollen.
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In vielen Pfarren wird am heutigen Sonntag das Erntedankfest gefeiert. Jedes Jahr im Herbst erinnern wir uns, dass die Natur eine Schöpfung Gottes ist, dass nicht wir das Wetter machen können, sondern dass Gott den Regen und den Sonnschein gibt. Und der morgige Tag, der 4. Oktober., passt sehr gut dazu, denn es ist der Gedenktag des heiligen Franziskus, der uns durch seine besondere Naturverbundenheit bekannt ist. Der Heilige Vater hat sich nach diesem Heiligen benannt.
In den heutigen Texten der Lesung und des Evangeliums wird auch an die Schöpfung erinnert. In der ersten Lesung aus dem Buch Genesis hörten wir aus dem zweiten Schöpfungsbericht, dass Gott dem Menschen die Tiere zuführte. Er gab allem Vieh einen Namen, doch eine Hilfe fand er nicht. Gott gab ihm dann diese Hilfe zur Seite und erschuf die Frau. Im Evangelium wird beim Thema Ehescheidung auf diese Stelle Bezug genommen, wenn Jesus hinweist: Am Anfang der Schöpfung aber hat Gott den Menschen männlich und weiblich erschaffen. Diese Schöpfung ist gut und wir sollen sie lieben.

„Lobt den Herrn …“
So hatte auch der heilige Franz von Assisi eine große Liebe zur Schöpfung, die sich zum Beispiel in seinem berühmten Sonnengesang zeigte. Er glaubt an den Vater, der eben zugleich Schöpfer ist. Von diesem Glauben her sieht er in allen lebenden Wesen und in allem, was erschaffen ist, lauter Brüder und Schwes­tern. So einen Lobgesang gibt es bereits im Alten Testament. Die drei Jünglinge im Feuerofen loben alle Werke des Herrn: Lobt den Herrn, ihr Engel des Herrn, alle Gewässer, Sonne und Mond, Regen und Tau, Feuer und Hitze usw. Diese Männer loben Gott, ihren Schöp-fer, der sie vor dem Feuer im Ofen bewahrt. Beim Breviergebet wird der heilige Franz sicherlich über diesen Hymnus öfter meditiert haben. Besonders am Ende seines Lebens, als er an einer immer schwerer werdenden Augenkrankheit litt. Die Ärzte wollten diese Augenschwäche verbessern, indem sie ihm glü­hen­des Eisen auflegten. Sie können sich die Schmerzen vorstellen. Franziskus betete zum „Bruder Feuer“. Das Feuer möge ihm möglichst keine Schmerzen zufügen. Alle ärztli-chen Bemühungen aber halfen nichts. Er ist kurz vor seinem Tode fast blind gewesen.

Seine berühmte Predigt an die Vögel ist von diesem Grundgedanken des Lobes durchdrungen: Die Vögel sind verpflichtet, ihren guten Schöpfer, der so gut für sie gesorgt hat, zu loben und zu preisen. Es ist für alle Wesen ein großes Glück, zu existieren und dafür dem Vater zu danken.

Seine Tierliebe wird in einem Buch folgendermaßen ausgedrückt: „Zärtlich beugte er sich über die Jungen, ‚unsere Brüder, die Rotkehlchen‘, in Greccio, und in Siena baute er den Turteltauben ein Nest. Wenn er Regenwürmer am Wege liegen und sich hilflos krümmen sah, dann hob er sie auf und trug sie beiseite, damit sie nicht totgetreten würden. Im Winter setzte er den Bienen Honig in ihre Körbe.“ Man kann schmunzeln, man kann aber auch nachdenklich werden und Gott ein bisschen öfter für die schöne Schöpfung danken.

Es gibt ein Evangelium, in dem wir an das Danken erinnert werden. Ich denke an das Evangelium von den zehn Aussätzigen. Nur einer findet zurück zu Jesus, um ihm zu danken. Auch bei Franziskus spielen die Aussätzigen eine wesentliche Rolle.

Er hat hier große Selbstüberwindung geübt. Als Franziskus Aussätzigen begegnete, merkte er, wie ihm davor ekelte. Darauf ging er einmal zu einem dieser Kranken hin, legte seine Gabe in die halb zerfressene Hand, bückte sich dann rasch und küsste den Hals von Übelkeit erfüllt und die kranken, von Wunden und Ge­schwü­ren übersäten Finger. Als er aber wieder auf seinem Pferd saß, strömte Glück und Freude in seine Seele.
Immer wieder und auch am Ende seines Lebens ist es nochmals bezeugt, dass er sich den Aussätzigen widmete. Es wird auch von einem Wunder berichtet, als er einen Aussätzigen pflegte, der ihn und seine Mitbrüder auf das Heftigste beschimpfte. Während er ihn wusch, wurde dieser geheilt und hat sich bekehrt.

Bei den zehn Aussätzigen waren leider auch neun darunter, die es nicht wert fanden, zu Jesus zurückzukehren und ihm zu danken. Sie haben ihn zwar nicht beschimpft, aber doch wäre es angebracht gewesen, zumindest für diese Heilung Dank zu sagen.

Erntedank erinnert uns an das Danken. Franziskus war ein dankerfüllter Mensch. Er spürte, dass wir Gott für die Schöpfung und für alles, was er uns geschenkt hat, immer nur mit dankbarem Herzen gegenübertreten sollen. So wollen auch wir das Danken in unserem Alltag nicht vergessen.

Erntedank erinnert uns daran, dass wir Gott immer nur mit dankbarem Herzen gegenübertreten sollen.
Diözesandirektor Pfarrer Christian Poschenrieder
Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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