4. Adventsonntag: Bischof Schwarz
Begegnung mit dem Heiligen

In den Tagen vor Weihnachten steigt die Freude und die Erwartung. Da hilft es, auf sich selbst zu achten und im Herzen ruhig zu bleiben, damit Ruhe und Frieden sich auf unsere Begegnungen auswirken.
  • In den Tagen vor Weihnachten steigt die Freude und die Erwartung. Da hilft es, auf sich selbst zu achten und im Herzen ruhig zu bleiben, damit Ruhe und Frieden sich auf unsere Begegnungen auswirken.
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Der vierte Adventsonntag lässt die freudige Erwartung auf das Weihnachtsfest sich noch steigern. An den Kindern können wir dies am besten wahrnehmen. Wenn sich die Tage am Adventkalender dem Ende zuneigen, dann steigt die Freude und die Erwartung und ist zumeist kaum auszuhalten. Immer wieder werden die Eltern, Lehrerinnen, Großeltern gefragt: „Wann ist endlich Weihnachten?“.

Diese Erwartung – so wissen wir – ist vor allem im Kindesalter meist jedoch das Erwarten von Geschenken. Das ist grundsätzlich auch gut so, denn das Schenken ist ein zentraler Ausdruck des Weihnachtsfestes. Gott schenkt sich in Jesus, um an der Seite der Menschen in diese Welt einzutauchen und den irdischen Weg mit den Menschen zu teilen. Dabei hat er keine Mühen gescheut. Er hat es sich nicht leichtgemacht, wie wir aus der Lebensgeschichte Jesu wissen. Schenken bekommt im Sich-Verschenken eine ganz andere Bedeutung. Deshalb ist es so wichtig, dass beim Schenken auch die Erfahrung des Sich-Verschenkens erlebt werden kann. Auch Kinder dürfen lernen, dass Weihnachten nicht bloß ein Erfüllen einer materiellen Wunschliste ist, sondern auch damit verbunden ist, wie sehr sie sich als Menschen für andere Menschen einsetzen, mit ihnen teilen, ihnen eine Freude bereiten oder beispielsweise ihnen helfen. Erst dann, wenn diese Erlebnisse gemacht werden – ob jung oder alt –, bekommt Weihnachten den christlichen Festcharakter.

Uns einfühlen in das bergende Erlebnis im Stall von Betlehem

Genauso gilt das für das teilweise große Engagement der Festvorbereitungen vor allem in der vierten Adventwoche. Wie geht es Ihnen in der Vorbereitung auf dieses Weihnachtsfest? Lassen Sie sich treiben von der Geschäftigkeit des Weihnachtstrubels oder werden Sie dieses Weihnachtsfest heuer anders feiern? Weihnachtsvorbereitungen können äu­ßer­lich und innerlich geschehen. Die äußerlichen Vorbereitungen helfen uns, damit wir auch emotional ankommen und uns einfühlen können in das bergende Erlebnis im Stall von Betlehem. Das ist ohne Zweifel wichtig. Dazu gehört das Dekorieren der Wohnungen und Häuser. Es ist unglaublich, wie viel künstliches Licht wir gerade in der Weihnachtszeit produzieren: Manchmal erscheint es mir geradezu als Versuch, gegen die Dunkelheit anzukämpfen, die in Herzen entstehen kann.

Zu den äußerlichen Vorbereitungen auf das Fest sind wir Christinnen und Christen eingeladen, uns auch innerlich auf das Fest vorzubereiten. Um ein Weihnachtsfest im christlichen Sinne zu feiern, ist eine Vorbereitungszeit des Herzens erforderlich. Manchmal ist weniger mehr, weil die Lebensqualität dadurch vielleicht gesteigert werden kann. Es muss nicht die 15. Kekssorte sein und ob Weihnachten friedvoll wird, hängt auch nicht von den unzähligen Tannengestecken in den Wohnungen und Häusern, dem grandiosen Festtagsessen oder dem perfekten Christbaum ab. Damit das Fest gelingen kann, achten Sie auch auf Ihren Körper, und geben Sie Ihrem Geist die Chance, zur Ruhe zu kommen: Nehmen Sie Stress heraus, achten Sie auf sich selbst und bleiben Sie in Ihrem Herzen ruhig, denn die Ruhe und der Frieden, die Sie innerlich leben, wird sich äußerlich auf die Begegnungen mit Menschen und auf das Fest auswirken.

Damit das Fest gelingen kann, achten Sie auch auf Ihren Körper, und geben
Sie Ihrem Geist die Chance, zur Ruhe zu kommen.

Im Evangelium des vierten Adventsonntages hören wir eine Begegnungsgeschichte und zwar die Begegnung von Maria und Eli­sa­bet. Das war eine Begegnung der besonderen Art, denn in dieser Begegnung war Gott in der Liebe des Heiligen Geistes mit dabei. Vielleicht kennen Sie solche Begegnungen, von denen Sie weggehen und dann sagen: Das war so schön. Es war keine gewöhnliche Begegnung. Die Qualität dieser Begegnung war etwas Besonderes. Sie hat aufgerichtet, gestärkt, die Seele geheilt, Hoffnung geschenkt, Freude vermittelt oder sie war getragen vom Verständnis der Gesprächspartnerin. Elisabet ruft Maria zu: „Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.“ (Lk 1,42)

Wir kennen diesen Satz aus dem Gebet „Gegrüßet seist du, Maria“. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass Elisabet ihre Cousine Maria wahrnimmt als eine, die mit Gott verbunden ist. Zudem steht auch die Frucht ihres Leibes, das Kind unter ihrem Herzen, mit Gott in einer ganz besonderen Verbindung. Hier erleben wir eine Übereinstimmung von innerlicher und äußerlicher Haltung. Nicht nur die Symbiose von Mutter und Kind kommt aus Gott, sondern Maria, die im Außen mit Gott in Verbindung steht, und Jesus, der Sohn Gottes, der im Inneren ihres Leibes heranwächst. Dieses kostbare Geschenk durfte Elisabet wahrnehmen.

Eine solche Wahrnehmung, eine Begegnung mit dem Heiligen, das wünsche ich Ihnen zu diesem Weihnachtsfest. Mögen Sie trotz aller Vorbereitungen Zeit finden für sich selbst und diese Freude über solch kostbare Begegnungen in Ihrem Herzen spüren können.

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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