Mein Hobby: H. Mauritius Lenz
Ein Pfarrer, der den Don Camillo verkörperte

H. Mauritius Lenz (Bildmitte) als Schauspieler in ,,action". Die Theatergruppe Augustin führte im Vorjahr das Stück „Wenn schon denn schon auf“.
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  • Foto: Andreas Kraus
  • hochgeladen von Kirche bunt Redaktion

Herzogenburg. Es sei schon sehr faszinierend, in andere Rollen hineinzuschlüpfen, erklärt H. Mauritius Lenz, Pfarrer und Stiftsdechant von Herzogenburg. Der Augustiner Chorherr gründete 2006 die Herzogenburger Theatergruppe Augustin mit. Der Name lehnt sich an die Ordensgemeinschaft des Ortes, an deren Gründer
Augustinus Aurelius – der selber gerne das Theater besuchte –, sowie an den lieben Augustin an. Letzterer
sei auch Symbol dafür, dass die Darsteller für gemeinnützige und soziale Zwecke auftreten. In erster Linie geht es dem Ensemble darum, das Publikum zu unterhalten, so H. Mauritius. Der Stellvertreter des Propstes weist aber darauf hin, dass es in den Stücken meist die berühmte „Moral von der Geschichte“ gibt. In der Kirche bestehe eine lange Tradition des Theaterspiels, in gewisser Weise schlüpfe man auch beim Sternsingen oder Krippenspiel in Rollen. Die Leute würden sich gerne mit Charakteren identifizieren, die etwas tollpatschig sind. Das Ziel von
Schauspielern sei es natürlich, überzeugend zu sein. H. Mauritius findet es reizvoll, sich in andere Personen
reinzudenken (siehe Bild). Er reflektierte auch intensiv über die Ähnlichkeiten mit der Liturgie. Diese gebe es, etwa in Bezug auf glaubwürdig-sein, Musik oder Aufgabenverteilung. Nach dem Theaterspiel kehrt man zurück in sein echtes Leben, nach dem Gottesdienst dagegen bleibe man, wer man ist. Der Priester, der 1959 in Innsbruck zur Welt kam und im burgenländischen Rechnitz aufgewachsen ist, sieht vielfältige Chancen im Theaterspiel: man unterhält die Leute, bringt sie zum Lachen und auch für die Seelsorge sei es aufgrund der vielen Begegnungen recht praktisch.

Er selber spielte u. a. gerne den Don Camillo, der jetzige Herzogenburger Bürgermeister Christoph Artner stellte
passenderweise den legendären „Gegner“ Peppone dar. Auch im Nestroy-Stück „Das Mäderl aus der Vorstadt“
spielte der Pfarrer gerne mit, der Stiftsdechant überzeugte in der Rolle des Schnoferl, ein etwas übler Kerl.
Jedes Jahr führt die Theatergruppe Augustin ein Stück auf, heuer ging das coronabedingt nicht. Im nächsten
Frühjahr denkt man an ein Freilufttheater. Unter dem Motto „Auch Chorherren spielen Theater“ gibt es für
Kinder am Samstag, 3. Oktober, im Stift die Möglichkeit, Theaterluft zu schnuppern.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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