Sr. Franziska Madl über ihr Hobby
„Auch Hardrock hat tiefsinnige Texte“

Sr. Franziska Madl
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Sr. Franziska Jeremia Madl, Priorin des Dominikaninnenklos­ters Wien, liebt es, auf Konzerne zu gehen – bevorzugt von Rockgruppen. Die Ordensfrau will damit „einfach einen netten, erholsamen Abend mit Freunden verbringen und ich mag die Emotionen dabei“. Auch in ihrer Freizeit oder beim Autofahren hört sie gerne Bands wie Linkin Park, Alter Bridge oder Metallica. Ein U2-Konzert vor einigen Jahren sei für sie in prägender Erinnerung geblieben – man holte sie nämlich sogar auf die Bühne. Auch eine Show von Robbie Williams habe sie sehr beeindruckt. „Inmitten von 50.000 Musikfans zu stehen – das hat schon was. Fast wie ein Weltjugendtag“, lacht Sr. Franziska Madl.

Erkennbar sei sie nicht als Ordensfrau, wenn sie Konzerte besucht, denn der Habit bleibt zuhause. Einerseits könne man die weiße Kleidung bei dem vielen aufgewirbelten Staub wohl nicht mehr reinigen. Andererseits ist die 40-Jährige in ihrer raren Freizeit dort und möchte dabei keine Aufmerksamkeit erregen.

Mit 21 Jahren hat sie sich dem Orden angeschlossen und vor zwei Jahren wurde sie zur Oberin gewähl. Viele in Niederösterreich kennen Sr. Franziska, da sie aus der Pfarre Loiben stammt und Theologiestudentin engen Konakt mit der Diözese hielt. Weiters steht sie vor der Aufnahme bei den Grabesrittern, genauer gesagt beim Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalelm in der Komturei St. Pölten. Außerdem lebt ihre Familie in Unterloiben. Sie selbst spielt Gitarre und Flöte, bei den Gottesdiensten im Konvent kommt allerdings die Orgel zum Einsatz. Rockmusik wird dabei nicht gespielt. Aber sie liebt auch die klassischen Kirchenlieder im Gotteslob. „Meine neun Mitschwestern wissen natürlich von meinem Hobby und akzeptieren es, auch wenn sie nicht viel damit anfangen können“, so die Oberin.

Für die Dominikanerin hat Heavy Metal-Musik auch eine spirituelle Dimension, die man nicht unterschätzen sollte. Die Texte seien oft nicht oberflächlich, sondern würden sich mit psychologischen Problemen und den Lebensgeschichten der Künstler beschäftigen. Sie spricht auch mit ihren Freunden über den Inhalt der Lieder. Als sie noch Religion unterrichte, hat sie ihre Schüler im Religionsunterricht einmal eingeladen, ihre Lieblingslieder als Texte mitzunehmen: „Dabei haben wir über wirklich tiefgründige Themen gesprochen.“

„Mein Hobby“ ist eine Reihe von Kirche bunt, in der außergewöhnliche Talente und interessante Hobbys von kirchlichen Persönlichkeiten vorgestellt werden.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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