Vorbereitung auf den Internationalen Eucharistischen Weltkongress in Budapest
Ungarns Bischöfe äußern sich zu drängendsten sozialen Fragen

Komplexe gesellschaftliche Themen „im Licht des Glaubens zu sehen“: Dazu will ein Hirtenbrief anregen, den die katholischen
Bi­schöfe in Ungarn in Vorbereitung auf den Internationalen Eucharistischen Weltkongress, zu dem im September 2020 Gläubige aus aller Welt in Budapest erwartet werden, veröffentlicht haben. Teils ungewohnt deutlich nehmen die Bi­schöfe darin zu den aus ihrer Sicht „drängendsten“ gesellschaftlichen und sozialen Fragen Stellung.

Den Schrei der Armen hören

Das Hirtenwort unter dem Titel „Erneuerung in Liebe“ ist das erste Sozialrundschreiben des ungarischen Episkopats seit Mitte der 1990er-Jahre. Das Evangelium sei in der Lage, „die Gesellschaft zu erneuern, um sie nach Gottes Willen menschlicher zu machen“, halten die Bischöfe fest. Weigerten sich Menschen zu glauben, drohten Gesellschaften „langsam ihre innere Stärke zu verlieren“; die Beziehung zu Gott sei auch in sozialer Hinsicht so etwas wie ein „Lebenselixier“ für Gesellschaften. Wer nach dem Evangelium lebe, müsse wo notwendig auch ungerechten gesellschaftlichen Strukturen die Stirn bieten.

Besonders kritisch analysiert der Hirtenbrief das „sichtbare Elend“ in Ungarn und die Armutssituationen. „Wenn wir den Schrei der Armen nicht hören, dann ist unser Chris­tentum tot“, so die Bischöfe. 20.000 Obdachlose gibt es laut den Kirchenvertretern landesweit, denen dringend geholfen werden müsse. Gleiches gelte für die Angehörigen der Roma, wiewohl die Armutsproblematik in Ungarn weit über diese Bevölkerungsgruppe hinausgehe. Zehntausende Familien hätten „nicht einmal das Notwendigste zum Leben. Für Kinder, die unter solchen Umständen aufwachsen, ist es äußerst schwierig, aus der Armut auszubrechen“, mahnen die Bischöfe.
Auch lebten viele ältere Menschen allein und verlassen. In diesem Zusammenhang fordern die Bischöfe mehr Unterstützung für den Bereich der häuslichen Pflege. Pflegende Angehörige bräuchten mehr Hilfe, ebenso gehörten Pflegeberufe aufgewertet. Kritisch verweisen die Bischöfe in ihrem Hirtenwort auch darauf, dass eine große Zahl junger Ungarn seit der Wende 1989 wegen Arbeitslosigkeit und fehlenden Verdienstmöglichkeiten aus ihrem Heimatland ausgewandert sind. Dies habe dazu geführt, dass familiäre Gemeinschaften nicht mehr so stark sind wie früher. Die Solidarität zwischen den Generationen sei geschwächt.

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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