Priesterfortbildungswoche in St. Pölten
Tipps für Priester: Dankbarkeit, Lebensfreude und Humor

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Das Selbstverständnis des Priesters ist in der durchsäkularisierten Welt angefochten. Dem stellte sich die von Christian Ebner und Weihbischof Anton Leichtfried maßgeblich vorbereitete Priesterfortbildungswoche im St. Pöltner Bildungshaus St. Hippolyt. Der Titel der Woche, an dem vor allem Geistliche teilnahmen, deren Nachname mit M bis R beginnt, war: „Heute Pfarrer sein“. Es sollte Anregungen geben, damit Priester und Diakone gerne ihr Amt und ihren Dienst bei den Menschen ausüben.

Impulse gaben Paul Nemecek und Reinhard Polsterer vom NÖ-Bauernbund (siehe „Kirche bunt“ Nr. 38), der Grazer Franziskaner Willibald Hopfgartner, der Melker Benediktiner Prof. Jakob Deibl und Generalvikar Christoph Weiss. Der Auftrag eines Pfarrers stellt sich heute ganz anders dar als noch vor wenigen Jahrzehnten. Anstatt jedoch in einer Nostalgie der vermeintlich guten alten Zeit zu schwelgen, rief Generalvikar Weiss dazu auf, sich den Herausforderungen der Gegenwart zu stellen.

Priesterseelsorger Helmut Bauer aus der Erzdiözese München-Freising gab den Priestern und Diakonen zahlreiche praktische Ratschläge zur Lebensgestaltung. Wichtig seien Humor, Lebensfreunde und Dankbarkeit für die Berufung. Und Achtsamkeit! Leben heiße, in Beziehung zu stehen. Das kostbarste Geschenk, das wir bekommen haben, sei das Leben. Mit diesem gelte es, achtsam umzugehen.

Um als Priester und Mensch gut leben und arbeiten zu können, gab Bauer mehrere Tipps: Sie sollten auf ihre Ernährung achten und täglich zumindest einmal ordentlich und gesund essen. Zentral im Christentum sei die Tischgemeinschaft mit Beten und wertschätzendem Zuhören. Auch genügend Bewegung (vgl. Theologie des Weges und dynamisches Im-Aufbruch-Sein), das gute Wohnen (Wohnung als „Spiegel der Seele“), Gebet (als Beziehungsgeschehen mit Gott), Sorge um die eigene Gesundheit (Was tue ich für Körper und Seele?) und Freizeit (freier Tag!) seien zu beachten. Bauer mahnte auch dazu, loslassen zu können – nicht alles müsse der Priester als Aufgabe übernehmen oder weiterführen. Auch ein ausreichender und guter Schlaf sei wichtig. Dazu gehöre: ein versöhnendes Abschiednehmen vom erlebten Tag am Abend.

Der Priesterseelsorger stellte den Fortbildungsteilnehmern zwei Fragen, die zum Nachdenken anregen sollen: Bin ich gerne Priester? Kann ich diesen Weg einem jungen Mann empfehlen?

Weihbischof Leichtfried gab bekannt, dass der bisherige Zyklus der Fortbildung ab 2027 in anderer Form organisiert wird. Dann rücken die Pastoralteams in den Regionen stärker in den Fokus. Auch erste „Priester-Stammtische“ soll es zum Austausch in Amstetten, Melk, St. Pölten oder Zwettl geben. Im Februar wird es außerdem wieder eine dreitägige Priesterstudientagung geben.

„Wir sind getragen von Größerem – nämlich von der Liebe Gottes“, erinnerte der Weihbischof abschließend die Teilnehmer.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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