Trauer um Papst Franziskus
Reaktionen aus der Diözese
- Kurz nach der Nachricht vom Tod von Papst Franziskus war in vielen Pfarrkirchen – wie in Gmünd-Neustadt – eine liebevoll gestaltete Gedenkstelle für den verstorbenen Papst zu finden.
- Foto: Thomas Binder
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Papst Franziskus ist gestorben!“ Viele Gläubige glaubten zunächst der Meldung kaum. Doch bald war es traurige Gewissheit. Von zahlreichen Seiten wurden die Menschen informiert: in den Gottesdiensten des Ostermontags, durch TV und Radio, durch die sozialen Medien oder weil es Bekannte rasch mitgeteilt haben. Weiters läuteten in vielen Pfarren die Glocken und kündeten vom Ableben des Papstes. Kurz darauf waren in vielen Pfarren Bilder vom Verstorbenen etwa beim Altar zu sehen – liebevoll geschmückt mit Blumen und Kerzen. Auch in der Diözese St. Pölten können viele von Begegnungen mit Papst Franziskus erzählen.
Bischof Schwarz: War mir wie ein Vater
Bischof Alois Schwarz drückte in einem Schreiben seine tiefe Dankbarkeit für Papst Franziskus aus. Er sei ihm wie ein Vater gewesen, „der das Evangelium mit Liebe, Demut und prophetischer Klarheit verkündete“. Sein Herz habe für die Armen geschlagen und für jene Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen. Er habe sich für eine Kirche engagiert, „die hinausgeht, heilt und dient“. Seine klaren und kraftvollen Worte würden in Erinnerung bleiben, betonte Schwarz. Und: „Seine Gesten der Nähe und der Barmherzigkeit haben die Welt berührt.“
Franziskus habe stets mit festem Glauben und in unermüdlicher Hingabe durch sein Gebet auf den Herrn vertraut – auch in schwierigen Zeiten. Seine Enzykliken, sein unermüdlicher Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit, die Bewahrung der Schöpfung und seine pastorale Zuwendung zu allen Menschen seien Zeugnisse seines großen Herzens, erklärte Schwarz. Er danke Gott, „dass er uns diesen Papst geschenkt hat“. Er möge Franziskus, der ihm mit ganzer Hingabe diente, bei sich aufnehmen und „die Kirche, die er so sehr geliebt und mit Klarheit geleitet hat, diesen seinen Weg weitergehen“ lassen.
Weihbischof Leichtfried: Immer den Seelsorger durchgespürt
Weihbischof Anton Leichtfried sagt gegenüber „Kirche bunt“: „Es ist für mich erstaunlich und erfreulich, wie viele Menschen, viele auch außerhalb der katholischen Kirche, er ansprechen konnte. Aus den persönlichen Begegnungen ist mir in starker Erinnerung, dass er so unkompliziert und einfach war. Und man hat in den unterschiedlichen Fragen immer den Seelsorger durchgespürt.“
Vatikan-Journalistin Sailer: Freude, unter den Menschen zu sein
Die aus St. Margarethen/Sierning stammende Radio Vatikan-Journalistin Gudrun Sailer schreibt: „Am Ostersonntag durfte ich den Urbi et orbi-Segen mit dem Papst live übertragen, am Ostermontag hatte ich auf unseren Kanälen seinen Heimgang zu vermelden. Für diese zwölf Jahre mit Franziskus, mit Höhen und Tiefen, bin ich sehr dankbar. Er war ein meistens leutseliger Papst, der oft zu Scherzen aufgelegt war. Aber nicht immer. Er konnte auch streng sein, bevorzugt mit der eigenen Entourage und mit den Kirchenleuten überhaupt.
Aber er hat seine Fehler gekannt und manchmal auch benannt.
Was wirklich eindrucksvoll an ihm war, das war seine schiere Freude, unter den Menschen zu sein. Mit Leuten zu reden, mit Kindern, mit Alten, mit Menschen mit Handicap, mit Gefangenen – noch am Gründonnerstag hat er ein Gefängnis besucht. Oft auf Reisen gab es diese vielen schnellen, stummen Blitzbegegnungen am Straßenrand, aus denen sowohl die Leute wie auch der Papst so viel Kraft zogen. Am Ostersonntag ist er nach dem Segen Urbi et orbi auf dem Petersplatz noch ein paar Runden im Papamobil gefahren. Die Ärzte hatten ihm gesagt: Schonung, bitte, und keinen Kontakt zu Menschenmassen. Aber das war nicht Franziskus.
Oft, wenn Leute mich gefragt haben: „Tritt er zurück?“, habe ich geantwortet: Glaub ich nicht. Das ist der Typ Papst, der sich zu Tode arbeitet. Und zu dieser Arbeit, zu dieser Mission Papst hat für Franziskus gehört, mit den Leuten und unter den Leuten zu sein.
Seine Gesten der Nähe und der Barmherzigkeit haben die Welt berührt.
Wenn ich darüber nachdenke, welchen Eindruck er zu Ostern beim Segen auf mich machte, scheint es mir offensichtlich, dass er wusste: Es geht zu Ende, jetzt. Er wollte nicht zurücktreten, er wollte sein Amt bis zuletzt ausüben, unter den Menschen, segnend.“
Caritas: Herz schlug für die Armen
Mit großer Trauer nimmt die Caritas der Diözese St. Pölten Abschied von Papst Franziskus. Der erste Papst aus Lateinamerika habe wie kaum ein anderer vor ihm die sozialen Anliegen in das Zentrum seines Pontifikats gestellt. Sein Tod bedeute einen tiefen Einschnitt – nicht nur für die katholische Kirche, sondern auch für alle Menschen, die sich weltweit für Gerechtigkeit, Solidarität und ein würdevolles Leben für alle einsetzen. Papst Franziskus habe mit Nachdruck und Authentizität eine Kirche gefordert, „die arm ist und für die Armen lebt“. In seiner Vision einer solidarischen Kirche habe er keinen Zweifel daran gelassen, dass Christsein untrennbar mit dem Einsatz für die Schwächsten, Ausgegrenzten und Bedrohten verbunden sei. Die Caritas St. Pölten sehe sich in dieser Haltung zutiefst bestärkt.
Ziselsberger: Vermächtnis geht weiter
„Wir konnten uns in unserer täglichen Arbeit durch diesen Papst vollkommen unterstützt fühlen“, betont Hannes Ziselsberger, Caritas-Direktor in der Diözese St. Pölten. „Franziskus hat mit einer prophetischen Kraft soziale und ökologische Fragen verbunden und den Menschen wieder in den Mittelpunkt gerückt – nicht als abstraktes Ideal, sondern in seiner konkreten Realität, mit Namen, Geschichte, Würde. Sein Pontifikat war eine tief spirituelle Einladung an uns alle, dem Evangelium neu zu vertrauen: in seiner Nähe zu den Armen, seiner Zärtlichkeit, seiner Hoffnung. Der Tod von Papst Franziskus trifft uns tief, aber sein Vermächtnis lebt weiter – als Auftrag an uns, als Trost, als Orientierung.“
Ein zentrales Zeichen seines Engagements sei, so die Caritas, die Einführung des Welttags der Armen gewesen, den Papst Franziskus 2016 ins Leben rief. Jährlich erinnerte er daran, wie schnell Menschen an den Rand gedrängt werden – und wie notwendig es ist, ihnen mit Würde, Achtung und echter Zuwendung zu begegnen. „Es ist nicht die Aufgabe der Christen, sich über die Armen Gedanken zu machen, sondern mit ihnen zu teilen und ihnen nahe zu sein“, betonte Franziskus 2017.
Echter Sportsfreund
Für die Diözesansportgemeinschaft St. Pölten sieht deren Vorsitzender Sepp Eppen-steiner vor allem eine Aussage des Papstes als zentrales Erbe und als zentralen, bleibenden Auftrag: „Geht hinaus an die Ränder der Gesellschaft und der Kirche.“ Eppensteiner: „Genau diesen Auftrag wollen wir weiter erfüllen: mit unseren Botschaften, Broschüren, mit unserem Vorbild und sportlichen Veranstaltungen!“ Seine vermittelten Werte wie Bescheidenheit, Liebe zu den Menschen und zum Evangelium, Hilfe für die Ärmsten, Frieden und eben an die Ränder der Kirche und Gesellschaft zu gehen, werde Bestand haben. Um es sportlich auszudrücken: „Mit seinen christlichen Botschaften und gelebten Werten hat er der Kirche und der ganzen Welt viele Siege geschenkt.“
Betroffenheit bei Ordensfrauen
Die Amstettner Generaloberin und Vorsitzende der diözesanen Frauenorden, Sr. Franziska Bruckner, sagte, sie und ihre Mitschwestern seien sehr betroffen vom Tod des Papstes. Gleichzeitig sei es bewegend, dass er am Ostermontag gleichsam mit den Emmaus-Jüngern ins Reich Gottes gehen durfte.
Autor:Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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