Neuerung
Neue Wege für 45- bis 60-jährige „Spätberufene“ zur Priesterweihe
- hochgeladen von Wolfgang Zarl
Angesichts des Priestermangels in der Kirche und des hohen Anteils von „Spätberufenen“ unter den Neupriestern starten die österreichischen Diözesen einen neuen Ausbildungsweg zum Priestertum. Speziell für Männer zwischen 45 und 60 Jahren, die sich bereits im Berufsleben bewährt haben oder alternative Möglichkeiten suchen, gibt es künftig einen „Zweiten Weg für Spätberufene“, teilte die Regentenkonferenz der Priesterseminare mit.
Die neue Form berücksichtigt die Lebensrealität der Kandidaten und ermöglicht es, sich auch neben der beruflichen Tätigkeit zum Priesterberuf ausbilden zu lassen. „Männer, die bereits Verantwortung getragen haben“, sollen ermutigt werden, „ihre Gaben für die Kirche einzusetzen“. Interessierte Kandidaten seien eingeladen, sich an ihr lokales Priesterseminar oder die Berufungspastoral der Diözesen zu wenden.
Spätberufene bringen „eine entwickelte Persönlichkeit und vielfältige Lebenserfahrungen“ mit, welche in die Formation einfließen sollen, hieß es zuletzt vom römischen Dikasterium für den Klerus. Auch die Regentenkonferenz bezeichnet diese Gruppe als „wertvolle Bereicherung für die Kirche, da sie ihre beruflichen Kompetenzen in den Dienst stellen können“. Umgesetzt wird dies künftig durch ein persönlich abgestimmtes Programm, das über den regulären Ausbildungsrahmen der Priesterseminare hinaus individuelle Anpassungen erlaubt.
Individuelle Ausbildungsschritte
Grundlegende Elemente für diese spezielle Gruppe von Priesteramtsanwärtern sind das theologische Studium auf Bachelor-Niveau oder an einer Hochschule, Uni oder per Fernstudium; auch ein rein kirchlicher Abschluss soll möglich sein. Weiters findet die Ausbildung und Begleitung auf praktischer und spiritueller Ebene in den jeweiligen Priesterseminaren statt. Individuell werden Ausbildungsschritte vereinbart, welche auch die beruflichen Verpflichtungen berücksichtigen, mit dem Ziel, alle notwendigen theologischen und spirituellen Kompetenzen zu erarbeiten.
Die Regeln für den neuen Ausbildungsweg beschreiben auch den Übergang vom Zivilberuf zum priesterlichen Dienst. „In Ausnahmefällen“ könne der Kandidat seinen Zivilberuf auch – nach Prüfung – nach der Priesterweihe „in einem adäquaten Umfang“ ausüben.
Autor:Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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