Vollversammlung in Mariazell
Erzbischof Lackner zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz wiedergewählt

Foto: Kathpress / Paul Wuthe

Die Österreichische Bischofskonferenz hat Erzbischof Franz Lackner (69) erneut zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Der Salzburger Erzbischof steht seit Juni 2020 an der Spitze der Bischofskonferenz, seine Wiederwahl erfolgte turnusgemäß im Rahmen der Vollversammlung der Bischöfe in Mariazell. Zum Stellvertreter wurde wieder der Linzer Bischof Manfred Scheuer (70) gewählt. Das wiedergewählte Führungsduo Lackner-Scheuer steht somit für die nächsten sechs Jahre an der Spitze des Episkopats.

Aufgabe der Kirche sei es, die Menschen von heute mit Gott in Verbindung zu bringen, so Lackner. Die Gottesfrage gehört für den Erzbischof zur wesentlichen Identität der Kirche in der Welt. Kirche biete Orientierung. Sie gleiche einem Leuchtturm, dieser sei nicht selbst das Ziel, doch er vermag den Weg zu weisen.

Glückwünsche des Bundespräsidenten

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat Erzbischof Lackner zu dessen Wiederwahl gratuliert. Das Staatsoberhaupt wünschte Lackner für die kommenden Jahre „Kraft, Zuversicht und eine glückliche Hand für diese verantwortungsvolle Aufgabe im Dienst an Kirche und Gesellschaft“.

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der dem Franziskanerorden angehört, ist kirchenrechtlich gesehen kein „Oberbischof“ und hat daher auch keine Befugnisse, in die vom Kirchenrecht klar geregelte und sehr umfassende Kompetenz der Diözesanbischöfe einzugreifen. Formal ist er nur ein auf sechs Jahre gewählter Vorsitzender eines Gremiums, das relativ wenige Eigenkompetenzen hat. Freiwillig und somit einstimmig können die Diözesanbischöfe jedoch die Themenbereiche ausdehnen, die sie österreichweit verbindlich regeln wollen, was auch immer wieder geschieht.

Der Vorsitzende leitet laut Statut die Vollversammlung der Bischofskonferenz, die er zuvor einberufen und mit Unterstützung des Generalsekretärs vorbereitet hat. Seine Aufgabe ist nach innen mehr die eines Moderators unter den Bischöfen, gleichzeitig ist er nach außen Stimme und Gesicht des österreichischen Episkopats. Weil zu seinen Kompetenzen auch die Beziehungen zwischen Kirche und Staat gehören, hat der jeweilige Vorsitzende der Bischofskonferenz real ein großes Gewicht in der österreichischen Kirche.

Treffen mit Ordens-Spitzen

Eröffnet wurde die Vollversammlung nach einem Gebet beim Gnadenaltar in der Basilika von Mariazell mit einem Studiennachmittag gemeinsam mit den Spitzenvertreterinnen und -vertretern der heimischen Orden (siehe Bild). Dies diente dem intensiven Austausch über gemeinsame Anliegen und Herausforderungen.

Anton Höslinger, sowie die Generalsekretärin Sr. Christine Rod und der Geschäftsführer Peter Bohynik an dem Gespräch teil. Die Konferenz der Säkularinstitute Österreichs war durch ihre Vorsitzende Maria Lukas vertreten.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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