Pfingsten
Wie eine Taube – Gedanken von Paul Sieberer

Der österreichische Kabarettist, Komponist und Sänger Georg Kreisler (1922-2011) galt als Meis­ter des schwarzen Humors und feierte unter anderem mit folgendem Lied im deutschsprachigen Raum große Erfolge: „Schau, die Sonne ist warm und die Lüfte sind lau, gehen wir Tauben vergiften im Park! Die Bäume sind grün und der Himmel ist blau, gehen wir Tauben vergiften im Park!“
Bereits in der Antike war die Taube ein Symbol der Liebe und des Friedens. Tauben haben keine Gallenblase. Möglicherweise folgerten die Menschen daraus, dass sie frei von Bitterem und Bösem seien. In der Bibel kommt die Taube bei der Taufe Jesu nicht zum ersten Mal vor. „Und Johannes bezeugte: Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam, wie eine Taube und auf ihm blieb.“ Schon in der alttestamentlichen Geschichte der Sintflut spielt die Taube eine Rolle. Sie kehrt mit einem frischen Olivenzweig im Schnabel zurück, nachdem Noach diese von der Arche zu einem Erkundungsflug ausgesandt hatte. Die Taube gilt als Sinnbild der Versöhnung mit Gott.
Tauben vergiften im Park? Ist es nur meine Wahrnehmung, dass es heutzutage weniger Tauben gibt? Vergiften wir unsere Tauben tat­sächlich, oder geben wir ihnen zu wenige Nistplätze?
Und vom „Bild Taube“ weitergedacht: Vergiften wir den Heiligen Geist auch? Geben wir ihm auch zu wenige Nistplätze? Wo kann sich der spontane und liebend wirkende Geist Gottes niederlassen? Ersticken wir unsere Sehnsucht nach Gott im Konsum von irdischen Gütern, im Streben nach Macht, in der grauen Gleichgültigkeit des Besserwissens?
Feuer, Wind, Wasser – so vieles aus der Natur steht als Bild für das Wirken des Heiligen Geistes. Wie gehen wir mit diesem Angebot um? Lassen wir die Lebendigkeit des Natürlichen, die feinfühlende Lebendigkeit des Göttlichen zu? Lasst uns das Vergiftende entdecken! Ich fang mal bei mir an.
Paul Sieberer

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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