Dreifaltigkeitssonntag
Verbunden im Glauben an den dreifaltigen Gott

Die Taufe wird durch Übergießen mit Wasser oder Untertauchen „im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geis­tes“ gespendet.
  • Die Taufe wird durch Übergießen mit Wasser oder Untertauchen „im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geis­tes“ gespendet.
  • Foto: Harald Oppitz/KNA
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Der Dreifaltigkeitssonntag – früher der Oktavtag von Pfingsten – könnte eigentlich auch ein Fest der Ökumene sein. Denn beinahe alle christlichen Konfessionen bekennen sich zum dreifaltigen Gott. Die Trinität wird ausdrücklich in der Verfassung des Ökumenischen Rats der Kirchen aufgeführt und damit in allen ihm angeschlossenen Kirchen anerkannt – selbstredend auch in der römisch-katholischen Kirche. Allen christlichen Kirchen gemeinsam ist auch, dass die Taufe „im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“, also des dreifaltigen Gottes, geschieht.

Dass es über diese zentrale Lehre des Christentums bisweilen nicht nur einen Wissensmangel gibt, sondern oft weitgehende Gleichgültigkeit herrscht, ist wieder ein anderes Kapitel. Vater, Sohn und Geist als drei Personen des einen lebendigen Gottes – das scheint vielfach weniger interessant zu sein. Zumindest weit weniger als hitzige Diskussionen über Zölibat, Interkommunion oder die Rechtfertigungslehre der Kirche.

In früheren Jahrhunderten war das anders, Kirchenväter und einige Kirchenlehrer/innen erklärten in der Bildersprache, wie man sich Gottes Wesen erklären kann: Gott ist Liebe – und Liebe verlangt nach Gemeinschaft. Freilich sind Bilder nur analog zu deuten, das heißt also mehr unähnlich als ähnlich, aber doch für jeden verständlich. Tertullian (um 160 n. Chr.) gebrauchte für die Trinität die Bilder eines Baumes mit Wurzeln, Stamm und Zweigen sowie das Wasser, das von der Quelle zum Bach und dann zum Fluss fließt.

Augustinus (354–430) verglich die Trinität Gottes mit der dreifachen Stufung der menschlichen Natur in Körper, Seele und Geist. Der heilige Patrick (um 385-461), Missionar und Patron Irlands, soll der Überlieferung nach die Zuhörer mit einem dreiblättrigen Kleeblatt über die Dreieinigkeit Gottes unterrichtet haben.

Über den heiligen Augustinus und sein Staunen, das die Dreifaltigkeit Gottes in ihm auslöste, berichtet folgende Geschichte: Einst ging Augustinus am Meer spazieren und dachte über das Geheimnis der Dreifaltigkeit nach. Da bemerkte er ein Kind, das mit seinem Eimerchen Wasser aus dem Meer in einen kleinen, abgegrenzten Bereich schöpfte. „Was machst du da?“ „Ich möchte das Meer in meinen Teich schöpfen!“ Da lachte Augustinus: „Das wird dir nie gelingen!“ Da richtete sich das Kind auf und sagte: „Ich mache es genauso wie du: Du willst mit deinem kleinen Verstand das Geheimnis des dreieinigen Gottes verstehen!“

Der Bibelwissenschaftler Thomas Schumacher formuliert es auf seine Weise: „Das Bekenntnis zu Gott als dem Dreifaltigen im Glauben der Kirche basiert nicht auf Spekulation, einer höheren Erkenntnis, einer zusätzlichen Offenbarung oder einem mystischen Erlebnis. Es stellt vielmehr die Antwort des Glaubens auf die geschichtliche Selbsterschließung Gottes dar.“ Und diese ist uns in der Heiligen Schrift, dem Wort Gottes, kundgetan worden.

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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