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Credo - "Klein, aber gewaltig"

„Bekenntnisse“ heißt auch die berühmteste Schrift des heiligen Augustinus, hier an der gotischen Kanzel der Pfarrkirche Eggenburg.
  • „Bekenntnisse“ heißt auch die berühmteste Schrift des heiligen Augustinus, hier an der gotischen Kanzel der Pfarrkirche Eggenburg.
  • Foto: By Wolfgang Sauber - Own work, CC BY-SA 3.0 at, https://commons.wikimedia. org/w/index.php?curid=36274628
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Schon der heilige Augustinus sagte, das Glaubensbekenntnis sei „klein in der Anzahl der Worte, doch gewaltig in der Bedeutung der Gedanken“. Die Glaubensbekenntnisse sind tatsächlich relativ kurz und neben dem Vaterunser gehörten sie lange zum Minimum dessen, was ein Christ auswendig können musste. Allerdings ist der Inhalt der Bekenntnisse so komplex, dass sie von Anfang an einer Auslegung bedurften: Die Auslegunstradition zieht sich von den Kirchenvätern über das Mittelalter und die Reformation bis in die Gegenwart hinein. Fast alle wichtigsten Theologen des 20. Jahrhunderts legten das Credo (lateinisch für Glaubensbekenntnis) aus. All den Bestrebungen ist der Wunsch gemeinsam, die Texte für die Gegenwart verständlich zu machen.

Entscheidung zum „Du“. Credos sollten verständlich sein, weil es in ihnen nicht nur um eine Sammlung von Wahrheiten, sondern um eine existenzielle Wahrheit geht: Die ursprüngliche Form des Bekenntnisses ist kein fertiger Text, sondern sind drei Fragen bei der Taufe, die jeder beantworten muss: „Ja, ich glaube.“ Das Bekenntnis bringt eine Entscheidung und die Bindung an ein „Du“ zum Ausdruck, die durch das Sprechen des Textes immer wieder in Erinnerung gerufen werden.

Ich glaube an ...? Als Christ bekennt man sich zu einem „Du“ und zu konkreten Inhalten, die in Credos gesammelt werden: Die Glaubensbekenntnisse drücken die sogenannte „Regel des Glaubens“ aus, die nach Irenäus von Lyon beschrieben wird „als Summe dessen (...), was von Christus gelehrt, von den Aposteln überliefert und in der apostolischen Tradition weitergegeben worden ist“. Die Credos versuchen also, die Inhalte des Glaubens zusammenzufassen.

Und wenn ich das nicht glaube? Was aber, wenn man nicht allen Aussagen des Bekenntnisses zustimmen kann? Ist man dann noch Christ? Zuerst müsste man fragen, ob man den Aussagen tatsächlich nicht zustimmen kann, also, was die Aussagen tatsächlich meinen, denn das ist oft etwas anderes, als es uns auf den ersten Blick erscheint. Auch müssen nicht alle Sätze für den Glauben des Einzelnen denselben Stellenwert haben: Die Auferstehung Christi bewegt sich auf einer andere Ebene als die Jungfräulichkeit Mariens. Schließlich kann man einige Aussagen einfach hinnehmen im Bewusstsein, dass der Glaube der Kirche größer ist als das, was ein Einzelner verinnerlichen kann.

Ein Weg mit dem Credo. Das Credo zu sprechen, zu studieren und zu meditieren kann einen neuen Zugang zum Glauben eröffnen: Zum Glauben, den man sich nicht selbst ausdenkt, mit dem man sich in eine Gemeinschaft stellt und der ein Weg ist: ein Weg des Werdens, des Wachsens, des immer besseren Verstehens und der Annäherung an das „Du“, auf das es ankommt.

Autor: Dr. Piotr Kubasiak

Autor:

Leopold Schlager aus Niederösterreich | Kirche bunt

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