Was mich trägt - Franz Kahrer
„In der Beziehung mit Gott gibt es auch Brösel“

Franz Kahrer

Franz Kahrer, 62 Jahre, Vorbeter und Pfarrgemeinderatsmitglied, in St. Veit an der Gölsen, Landwirt in Pension

„Der Glaube, wie ich ihn jetzt habe, ist wie ein Vertrauensverhältnis zu einem lieben Menschen“, sagt Franz Kahrer, pensionierter Landwirt aus St. Veit an der Gölsen und passionierter Vorbeter. Aufgewachsen in einem Elternhaus, wo Kirchgang, Kreuzweg und der Besuch des Mai-Segens eine Selbstverständlichkeit
waren, gehörte er der Landjugend an, die mit verschiedenen Aktivitäten kirchlich sehr verbunden war.

1978 hat Franz seine Anni geheiratet. „Wir waren immer auf der Suche und sind hinein gewachsen in die Sache“, erzählt er. Vieles im Leben habe man nicht selbst in der Hand, gerade in der Landwirtschaft: „Es geht oft knapp runter, es ist trocken, dann gibt es kein Futter. Aber dann plötzlich geht es. Und da gibt es so viele Begebenheiten, wo man sich denkt, das kann nicht von uns sein. Da muss einer ein bisserl lenken. Und so wächst das Vertrauen.“

Freilich gebe es herausfordernde Situationen im Leben. „Als wir Haus gebaut haben, die Kinder noch klein waren, wir haben den Betrieb übernommen und alles war eine Baustelle – da kann es schon passieren, dass du auch mit dem Herrgott streitest und fragst in der Kirche vor dem Tabernakel: Herr, was willst du jetzt von mir?“ Aber man spüre dann wieder, dass man getragen wird, auch wenn man einen Blödsinn gemacht hat: „Ich vergleiche das mit dem Verhältnis bei einem Menschen. Da gibt es auch Brösel. Und man findet sich wieder in der Gemeinsamkeit, in der Liebe, in der Geborgenheit. Das dauert auch seine Zeit.“ Aber an dieser Beziehung müsse man halt auch arbeiten, im Gebet mit Gott in Verbindung bleiben, jeden Tag eine gewisse Zeit: „Ohne das geht es nicht, sonst verlierst du den Blick, den Kontakt.“

Seit 1985 fährt Franz mit seiner Frau jährlich nach Medjugorje. Wichtig ist ihnen auch das monatliche Friedensgebet in der Pfarre mit Rosenkranz und Betrachtung der Botschaften. So haben sie Schicksalsschläge wie den Tod eines Enkels bei einem Autounfall verkraftet: „Natürlich war das ein Schock. Aber wir wissen aus dem Glauben heraus: Trotz des Verlustes geht es auf der anderen Seite weiter. Es gibt kein Ende. Und das trägt.“
Aus dieser Überzeugung heraus organisiert er auch die Betstunden: „Sonst könnte ich das nicht weitergeben.“ Aber man dürfe den Leuten nichts vorgaukeln und sagen: Wenn du an Gott glaubst, dann rennt das Leben ganz von selbst. „Da wird der Glaube ein bisserl zu leicht präsentiert. Zum Leben gehören Abstürze und Sünden dazu. Ohne das reift man nicht“, ist Franz überzeugt. Von Bernhard Herzberger

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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