Erfolgreiche Jugendarbeit
Die Burghofers über ihre Zeit im Schacherhof

Das Schacherhof-Team (2018) mit Christina (li. oben) und Michael Burghofer (Mitte unten).
  • Das Schacherhof-Team (2018) mit Christina (li. oben) und Michael Burghofer (Mitte unten).
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  • hochgeladen von Wolfgang Zarl

Christina und Michael Burghofer haben das diözesane Jugendhaus Schacherhof in Seitensetten über viele Jahre geprägt.

Ihr habt insgesamt 16 Jahre den Schacherhof mitgestaltet: Welche Bedeutung hat dieser heute für die Glaubenswelt des Mostviertels?
Michael: Der Schacherhof ist nach all den Jahren immer noch ein Ort, an dem junge Menschen Zeit und Raum finden, um sich mit der eigenen Persönlichkeitsentwicklung auseinanderzusetzen. Ob er die Glaubenswelt des Mostviertels beeinflusst, wage ich nicht zu behaupten, aber ich denke, dass Jugendliche, die zum Beispiel eine Schacherhof-Osternacht erlebt haben, zukünftig in der Pfarre Ostern bewuss­ter mitfeiern und erleben. In der Phase der Identitätsfindung ist es sehr wichtig, den Glauben zu spüren, zu erleben und zu sehen, dass man mit seinen persönlichen Lebensfragen nicht allein ist. Und das gibt’s im Schacherhof bei vielen kleinen, großen, und „etwas anderen“ Glaubenserlebnissen.

Was ist euch besonders gut gelungen, was machte euch Freude dabei?
Christina: Die Fußstapfen, in die wir getreten sind, waren ja nicht unbedingt klein und zurückblickend haben wir es wirklich gut hingekriegt, den Schacherhof – und damit auch einen Teil der Kirche – jung zu halten. In einer schnelllebigen Zeit als Anker, Begleiter und Impulsgeber zeitgemäß zu bleiben, war immer unser Ziel. Die Botschaft, die unser Glaube vermittelt, ist aktueller denn je: „Du bist geliebt und gut, so wie du bist.“ Wo hört man das heutzutage schon? Es macht Freude, dass immer mehr junge Menschen diese Zusage im Schacherhof genießen und für sich selbst annehmen.

Ist der Schacherhof eine Art Oase für Jugendliche, die nach „Gleichgesinnten“ im Glauben suchen?
Michael: Eine Oase auf jeden Fall, aber ich würde behaupten, „Gleichgesinn-te“ war uns zu wenig. Eher war der Schacherhof ein Ort, an dem sich Menschen begegnen, die suchen. Verschiedenste junge Menschen aus verschiedensten Lebenswelten und verschiedensten Glaubensansätzen, die eines gemeinsam haben: Suchende zu sein. Der persönliche und wertschätzende Austausch in einer Umgebung, die Geborgenheit vermittelt, hat dabei stets alle Beteiligten weitergebracht.

Inwiefern haben sich junge Menschen im Laufe der Jahre verändert bzw. weiterentwickelt?
Christina: Ich denke, dass sich junge Menschen und deren Fragen nicht grundlegend verändert haben, aber die Zeiten und Anforderungen ändern sich schneller denn je. Die Medienlandschaft und ihre Herausforderungen, viele News und wenig Fakten, mehr Angebot als je zuvor und ein generelles Leistungsstreben hinterlassen Spuren. Ob das Jugendliche verändert? Ich glaube, es fordert heraus und verändert allein schon deswegen. Mein größter Respekt gilt jungen Menschen, die Dinge hinterfragen, kritisch sind, Fakten suchen und ihre Stimme erheben. Und da glaube ich, dass wir im Schacherhof stets dahinter waren, junge Menschen auf dem Weg zu Persönlichkeiten zu begleiten, sie herauszufordern und ein Stück weiterzubringen.

Wie wird sich der Schacherhof weiterentwickeln?
Michael: „Im Schacherhof arbeitet ein tolles Team, wo immer wieder neue Menschen ihre persönlichen Werte und Ideen, Talente und Interessen einbringen und ausleben. Außerdem lebt das Haus und die Entwicklung auch immer von den ehrenamtlichen Jugendlichen, die den Schacherhof nutzen, bewohnen und als ihre Oase sehen. Wir haben dem Schacherhof jetzt lange Zeit unseren Stempel aufgedrückt und so entwickelt, wie wir das für gut und richtig gehalten haben. Nun ist es Zeit, dass eine neue Hausleitung neue Vorstellungen und Ideen einbringt, die das Haus immer wieder an die neuen Herausforderungen anpassen. Und das ist auch gut so, denn zeitgemäße Jugendarbeit, ja zeitge-mäße Pastoral, darf alles, nur nicht stillstehen.

Wie geht es mit euch persönlich weiter?
Christina: Michael ist jetzt seit einem Jahr Geschäftsführer beim Sozialdienst Mostviertel und somit wieder in sein ursprüngliches Arbeitsfeld, die psychische Gesundheit, zurückgekehrt. Wir bekommen außerdem bald unser drittes Kind und in den nächsten Jahren wird die Familie wieder mein Hauptbetätigungsfeld sein. Darauf freue ich mich sehr.

Infobox
Michael, 33, und Christina, 38, Burghofer sind seit zwölf Jahren verheiratet, wohnen in Aschbach-Markt und haben zwei Kinder, das dritte ist unterwegs. Christina arbeitete von 2005 bis 2021 im Schacherhof, zuerst als pädagogische Mitarbeiterin, dann als Hausleiterin. Michael war von 2010 bis 2019 Hausleiter.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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