Jugend in der Coronakrise
Gesucht: Antworten auf die Jugendarbeitslosigkeit

Laut AMS-Statistik waren in Österreich Ende Juli 2020 41.750 Jugendliche arbeitssuchend – das sind um 52,4 Prozent mehr als im Juli 2019.
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Die Coronakrise belastete nicht nur den Schulalltag vieler Jugendlicher, sondern zeigt sich auch in einer steigenden Arbeitslosigkeit und im Lehrstellenmangel.

Jugendarbeitslosigkeit ist eine soziale Sünde“, betonte Papst Franziskus im März 2018 bei einer Bischofssynode und bezog sich damit auf ein Problem, das auch gegenwärtig weltweit virulent ist. Wie treten Kirche und Gesellschaft dieser durch die Coronakrise noch stärker angewachsenden Erwerbslosigkeit junger Menschen entgegen? Und: Wie sieht die Situation in Österreich aus?Jugendarbeitslosigkeit in Zahlen
Laut AMS-Statistik waren in Österreich Ende Juli 2020 41.750 Jugendliche arbeitssuchend – das sind um 52,4 Prozent mehr als im Juli 2019. Unabhängig davon, dass diese Zahl unter dem EU-Durchschnitt liegt, fordert die Situation Betroffene stark. Besonders während des landesweiten Lockdowns fanden viele Jugendliche zudem nur schwer eine Lehrstelle – jährlich beginnen in Österreich über 30.000 Lehrlinge ihre Ausbildung. Und auch Monate nach der schrittweisen „Wiederöffnung“ vieler Branchen ist die Situation schlechter als im Vorjahr: Auf eine freie Ausbildungsstelle kommen aktuell beinahe zwei Lehrstellensuchende.

Der Jugendleiter des Dekanats Gmünd, Franz Sedlmayer, meint dazu: „Dass im Corona-Lockdown Lehrstellen abgesagt wurden, traf viele Jugendliche sehr hart.“ Auf diese Problematik reagierte die Bundespolitik mit der Schnürung des „Lehrlingspakets“: Betriebe, die zwischen 16. März und 31. Oktober Lehrlinge einstellen, erhalten einmalig 2.000 Euro. Aus seinem Arbeitsalltag berichtet Sedlmayer zudem von Jugendlichen, die es belastet hat, dass das im Rahmen ihrer fachschulischen Ausbildungen vorgesehene Praktikum vielfach abgesagt werden musste.Diözesane Antworten
Papst Franziskus richtete für die arbeitslose Bevölkerung der Diözese Rom einen Hilfsfonds ein. Die Diözese St. Pölten setzt auf altbewährte, bereits bestehende Strukturen – wie die Betriebsseelsorge. Franz Sedlmayer arbeitet in einer Einrichtung der Betriebsseelsorge Oberes Waldviertel, in der Heidenreichsteiner „Arche“, als theologischer Begleiter. In dieser seien auch Jugendliche herzlich willkommen, die nach Ende der Ausbildungspflicht keinen Arbeitsplatz finden und Unterstützung (inklusive sozialrechtlicher Beratung) suchen. Für Sedlmayer gilt dabei vor allem: „Jugendliche Arbeitssuchende sollten nicht mit ihren Defiziten konfrontiert, sondern in ihren Talenten gefördert und bestärkt werden.“ Von Sarah Triml

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Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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