Gedenken in Pfarren
Der schreckliche 20. März 1945

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Vor 80 Jahren wurden gegen Ende des Zweiten Weltkriegs auch Kirchen zerstört. Besonders schwer getroffen wurden auf dem Gebiet der Diözese St. Pölten die Gotteshäuser von Rust, Traisen und Amstetten-Herz Jesu.
Am 20. März 1945 wurde Amstetten von schweren Bombenangriffen heimgesucht, bei denen viele Menschen starben. Darunter waren dutzende KZ-Häftlinge, die wegen Aufräumarbeiten aus dem KZ Mauthausen in die Mostviertler Stadt gebracht worden waren. Man verwehrte ihnen den Zugang zu den Luftschutzbunkern, erinnern sich Zeitzeugen. Dazu gibt es in einigen Wochen eine Gedenkfeier, an der auch die Pfarre beteiligt ist. Der 20. März wird immer als Anbetungstag begangen.

Mahnmal für den Frieden

Eine der letzten Bomben des Angriffs vom 20. März traf den Mitteltrakt der Amstettner Herz Jeus-Kirche neben den Türmen. Das Gotteshaus und mit ihr die Totenglocke waren zerstört. An dem Tag, als die meisten Menschen in Amstetten starben und man die Totenglocke am meisten benötigte, war sie verstummt. Die Reste der Totenglocke aus dem zerstörten Turm der Herz-Jesu-Kirche wurden Jahre später gefunden und wieder zusammengefügt. Sie befinden sich heute in dem Teil der Kirche, der damals von der Bombe besonders zerstört wurde. Und sie sind ein Mahnmal für den Frieden! Pfarrer P. Hermann Sandberger: „Inmitten des Unheils gab es aber auch Heil: Beim Bombenangriff auf die Kirche wurde niemand verletzt. In den Trümmern der zerstörten Kirche wurde die Marienstatue, die auch heute noch die Marienstatue der Kirche ist, heil geborgen!“
1951 begann der Wiederaufbau der Kirche. Bei der zweiten Grundsteinlegung steht als Inschrift: „Menschenhass zerstört, Gottesliebe baut auf.“ Nach einem Kraftakt, bei dem alle Ortsteile zusammenarbeiteten, wurde die Herz Jesu-Kirche am Christkönigsfest 1953 durch den späteren Kardinal Franz König abermals geweiht.

Weitere beschädigte Kirchen

Schwere Schäden gab es auch an der Stiftskirche Lilienfeld, an den Kirchen in Gerersdorf, Obritzberg und Amstetten-St. Stephan und an der Krankenhauskapelle in Gmünd. Auch die Kirchen in Kaumberg, Lan­gen­le­barn, Langenrohr, Tulln, Traismauer und Weißenkirchen/Perschling waren beschädigt worden. Darüber hinaus hatten zahlreiche weitere Kirchen Dach- oder Fensterschäden. Eigentliche Ziele waren die Kirchen zumeist nicht.

Der Pfarrer von Amstetten-Herz Jesu, P. Hermann Sandberger, zeigt auf jene Stelle der Pfarrkirche, die vor 80 Jahren besonders beschädigt wurde. 
 | Foto: Stadtarchiv, Wolfgang Zarl
Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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