Finanzplanung
Den Grundstein für finanziellen Erfolg legen
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Bei den Neujahrsvorsätzen könnte man auch an die Finanzplanung denken. Wenn Jugendliche lernen, klug mit Geld umzugehen, ist der Grundstein für finanziellen Erfolg gelegt.
Ab dem 14. Lebensjahr können Jugendliche über ihr erstes Einkommen – etwa in Form einer Lehrlingsentschädigung oder durch Ferienjobs – verfügen. Diese neue Unabhängigkeit ist wunderbar, kann aber auch zu einem von Emotionen gesteuerten Konsum führen, etwa in Form von spontanen Online-Bestellungen oder Restaurantbesuchen. Spätestens jetzt sollten Jugendliche einen klugen Umgang mit Geld lernen, mit dem sie den Grundstein für ein finanziell erfolgreiches Leben legen.
Unumgänglich ist ein Überblick darüber, wie hoch die Einnahmen und Ausgaben sind. Die Methode muss passen: egal ob handgeschriebene Notizen, eine Excel-Tabelle oder mittels Online-Tool (z. B. der App „Schotterlotte“ der Schuldnerberatung Steiermark). Bei den Ausgaben ist wichtig, zwischen regelmäßigen Fixkosten und unregelmäßigen, variablen Kosten zu unterscheiden. Denn gerade bei letzteren besteht die beste Möglichkeit zu sparen: Auch einige „Coffees to go“ summieren sich.
Jetzt eine enorme Chance
Eine Einteilung des Einkommens in 50 bis 60 Prozent Fixkosten, 20 Prozent Sparen (& Investieren!) sowie 20 Prozent Spaß kann hilfreich sein, um den Spielraum für Ausgaben von vornherein zu beschränken. Wer für Fixkosten noch nicht so viel aufwenden muss, etwa weil er oder sie noch bei den Eltern lebt, kann die Einnahmen auf die Bereiche Sparen, Investieren und Freizeit aufteilen. „Eine enorme Chance in dieser Lebensphase“, betont Patrick Hofmann von der Schuldnerberatung NÖ. Manche Eltern führen ein Kostgeld ein, auch um den Jugendlichen auf das eigenständige Leben vorzubereiten.
Gespräche in der Familie sind sehr wichtig, was Sparen und Investieren angeht. Sparziele für Jugendliche können gemeinsam erarbeitet werden: die nächsten größeren Anschaffungen wie Führerschein, ein eigenes Auto oder eine Reise, aber auch ein finanzieller Grundstein für die Zeit nach der Ausbildung. Beim „Finanzführerschein“, einem Angebot der Schuldnerberatung NÖ, legen Schüler der Polytechnischen Schulen einen privaten Lebenslauf an, indem sie in Zeitschriften blättern oder online nach Wünschen suchen. Sie stellen sich die Frage: Wie soll in fünf Jahren mein Leben in den Bereichen Familie, Ausbildung, Mobilität, Wohnen und Freizeit aussehen? Was möchte ich erreicht haben?
Wie aus einem Wunsch ein Ziel wird, wird ebenso beim „Finanzführerschein“ erarbeitet: möglichst konkret und anspornend den Wunsch aufschreiben, Kosten schätzen, Zeitraum und Teil-Ziele festlegen, monatliche Spar-Beträge ausrechnen. So wird aus dem Wunsch tatsächlich Wirklichkeit.
Tipps: die Top 3
- Notgroschen in der Höhe von zwei bis drei Monatsgehältern anlegen
- kurzfristige Konsumwünsche hinterfragen, um Geld für langfristige Ziele zu sparen
- meine Trigger (Auslöser) für emotionales Einkaufen kennen lernen
Tipps von Mag. Patrick Hofmann, Experte in Finanzbildung und Berater bei der Schuldnerberatung NÖ
Richtwerte zur Orientierung
Die folgenden Budget-Beispiele werden von der Dachorganisation der Schuldenberatungen als Durchschnittswerte errechnet. Sie schreiben nicht vor, wie jemand sein Geld auszugeben hat, sondern dienen zur groben Einschätzung künftiger Ausgaben. Für ein Auto werden z. B. durchschnittliche Monatskosten von 204 Euro (ohne Anschaffungskosten, Wertverlust und Ansparen für ein neues Auto) für ein kleines Škoda-Modell angenommen.
Budget-Beispiele für einen 1-Personen-Haushalt
- Fixe Ausgaben: insgesamt € 957,-.
- Miete und Betriebskosten: € 647,-
- Strom (inkl. Warmwasser): € 62,-
- Heizung (Gas, Fernwärme): € 83,-
- Öffentlicher Verkehr: € 98,-
- Telefon, Internet, TV: € 43,-
- Rundfunkgebühren: € 17,-
- Haushaltsversicherung: € 7,-
- unregelmäßige Ausgaben: € 352,-
- Kleidung, Schuhe: € 56,-
- Möbel, Ausstattung: € 89,-
- Gesundheit(svorsorge): € 41,-
- soziale/kulturelle Teilhabe: € 166,-
- Haushaltsausgaben: € 478,-
- Nahrungsmittel (inkl. Snacks): € 430,-
- Reinigungsmittel: € 9,-
- Körperpflege: € 39,-
Quelle: budgetberatung.at
Richtwerte Taschengeld
Wie viel in welchem Alter (pro Monat)?
- 6 bis 8 Jahre: 2 bis 5 Euro
- 8 bis 10 Jahre: 5 bis 10 Euro
- 10 bis 12 Jahre: 11 bis 20 Euro
- 12 bis 14 Jahre: 17 bis 30 Euro
- 14 bis 16 Jahre: 28 bis 45 Euro
- 16 bis 18 Jahre: 40 bis 60 Euro
- 18 bis 20 Jahre: 60 bis 90 Euro
Quelle: Oesterreichische Nationalbank
Eine interessante Video-Umfrage unter Jugendlichen zum Thema Finanzvorsorge findet man vom jungen Online-Medium „die_chefredaktion“ auf Instagram.
Autor:Patricia Harant-Schagerl aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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