Zeit für meinen Glauben
„Wiener Zeugnisse“

Friedrich Oettingen: „Ich musste mich erst mal dran gewöhnen, mit der Kamera durch die Stadt zu gehen und in dieses Ding hinein zu quatschen.“
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  • Friedrich Oettingen: „Ich musste mich erst mal dran gewöhnen, mit der Kamera durch die Stadt zu gehen und in dieses Ding hinein zu quatschen.“
  • Foto: Friedrich Oettingen
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Friedrich Oettingen gibt in seinen Youtube-Videos Einblicke in das Leben eines „stinknormalen Kerls, der mit all seinem Scheitern und Siegen an Jesus glaubt“.

Die Zuseher der „Wiener Zeugnisse“ wissen es jetzt: Friedrich Oettingen putzt sich seine Zähne mit einer elektrischen Zahnbürste und kocht seinen Morgenkaffee in einer kleinen roten Espressokanne. In die Heilige Schrift wirft er in der Früh keinen Blick, auch Zeit fürs Gebet nimmt er sich nicht. So jedenfalls sieht die morgendliche Routine in einem der neuesten Kurzvideos aus, die Friedrich auf seinem Youtubekanal unter „Wiener Zeugnisse“ fast wöchentlich veröffentlicht. „Die Ohnmacht der Gewohnheit“ heißt besagtes Video, in dem Friedrich auf humorvolle Weise zeigt, wie schwer es für ihn und wohl auch für andere gläubige Christen sein kann, sich am Morgen Zeit für Gott zu nehmen.

Subjektiv und authentisch

Friedrich spricht in seinen Videos über Themen wie Identität, Vaterschaft oder die Treue im Gebetsleben. „Nicht von der Kanzel herab“, betont er und fügt lachend hinzu: „Da würde mir ja auch keiner zuhören.“ Sein Anspruch: „Wenn jemand die Videos anschaut, sieht er einen Kerl, der eigentlich stinknormal ist. Jemanden mit einer Mietwohnung, Kindern, einer Frau und einem Angestelltenjob, und der mit all seinem Scheitern und seinen Siegen an Jesus glaubt.“ Friedrichs Zeugnis ist persönlich und hat gerade deswegen das Potential, andere zu berühren. Davon ist er überzeugt: „In den Videos spreche ich über das, was mir wichtig ist, über mein eigenes Erleben. Das ist natürlich sehr subjektiv, aber ich glaube, dass genau das andere anspricht: Wenn jemand von sich erzählt und dabei authentisch ist.“

Über den eigenen Schatten springen

Es ist Papst Franziskus, der Friedrich vor über einem Jahr zum Videobloggen inspiriert. In seiner Predigt am Ostersonntag ruft der Papst dazu auf, alle technischen Möglichkeiten zu nützen, um das Evangelium zu verkündigen. „Das war für mich ein Wink mit dem Zaunpfahl. Ich habe vorher schon lange überlegt, so etwas zu machen. Nun hatte ich keine Ausreden mehr und einfach einen ersten Schritt gemacht.“ Seitdem investiert Friedrich viele Stunden in seine Videos, die er inhaltlich, technisch und künstlerisch richtig gut machen will. Beim Drehen der Videos – die oft in der Mittagspause seines Angestelltenjobs im ersten Bezirk entstehen – muss er durchaus auch über seinen Schatten springen. „Ich musste mich erst mal dran gewöhnen, mit der Kamera durch die Stadt zu gehen und in dieses Ding hinein zu quatschen.“ Dazu kommt die Sorge, sich vor der eigenen Familie und vor Freunden mit den oft sehr persönlichen Einblicken bloßzustellen. Spaß macht ihm das Videobloggen trotzdem sehr, und einen sehr positiven Nebeneffekt hat es für ihn außerdem: „Ich denke intensiv nach, muss ein Thema verdichten und kaue auf diese Weise spirituelle Themen richtig gut durch.“

Autor:

Sandra Lobnig aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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