Solidarität in Corona-Zeiten
Caritas: Immer mehr Freiwillige helfen

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Caritas-Wien-Generalsekretär Klaus Schwertner ersucht um weitere Spenden von Geld oder aber Zeit, um Notlagen rasch und unbürokratisch begegnen zu können.

Seit Tagen häufen sich Anrufe verzweifelter Menschen bei der Caritas, die wegen Mangels an Geld oder an Personen, die für sie einkaufen gehen, in Notlagen kommen und auf Hilfe angewiesen sind“, berichtet Caritas-Wien-Generalsekretär Klaus Schwertner in einem „Kathpress“-Interview. Zuletzt hätten sich alleine in Wien 2.700 meist junge Leute als Freiwillige gemeldet, die der Caritas dabei helfen, rasch und unbürokratisch dort präsent zu sein, wo infolge der Corona-Krise akute Notlagen herrschen, wie Schwertner sagt. Die Nothilfe in Form von Suppenbussen, Essensausgaben oder warmen Anlaufstellen für Obdachlose sei voll am Laufen und werde sogar noch ausgebaut.

Sachspenden dringend notwendig

Für die Lebensmittelausgaben sind aufgrund der Sachspenden von Supermärkten bzw. entsprechenden Unternehmen noch genügend Ressourcen vorhanden, sagt der Caritas-Vertreter: „60 Tonnen sind derzeit im zentralen Lager der Caritas-Einrichtung ‚Le+O - Lebensmittel und Orientierung‘ in Wien-Floridsdorf vorhanden. Das gibt uns zumindest Luft für die nächsten Tage und Wochen“, so Schwertner.

Er bittet den Lebensmittelhandel um weitere Spenden, vor allem von Trockenware wie Nudeln, Dosen, Kaffee – alles, was nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden muss. Hier gibt es laut Schwertner nach wie vor großen Bedarf.

Eine nachhaltige Unterstützung für armutsbetroffene Haushalte leisten zurzeit drei Le+O-Ausgabestellen – das „carla mittersteig“, die Pfarre Gartenstadt und die Pfarre Neufünfhaus. Die dort von den Mitarbeitern fertig vorbereiteten Lebensmittelpakete können unter den von den Behörden vorgegebenen Hygienevorschriften um einen reduzierten Solidaritätsbeitrag von 3 Euro abgeholt werden. Weitere Le+O-Ausgabestellen sollen in den nächsten Wochen zusätzlich aufgesperrt werden. Wer sozialarbeiterischen Rat braucht, erreicht die Caritas wochentags von 9 bis 13.30 Uhr telefonisch oder per Mail. Alle Infos über Ausgabestellen und Kontaktaufnahmen auf: www.caritas-leo.at

Privatpersonen können helfen

Aber nicht nur von Unternehmen, auch von Privatpersonen braucht die Caritas weitere Spenden, um die von der Krise besonders Betroffenen bestmöglich unterstützen zu können: Für 40 Euro kann man laut Schwertner den leeren Kühlschrank eines Armutshaushalts füllen, 50 Euro reichen für die Versorgung in einem Mutter-Kind-Haus eine Woche lang. Und 400 Euro kostet die Ausgabe eines Mittagessens in einer Obdachloseneinrichtung wie der Gruft, für die durch die Schließung der Gastronomiebetriebe verstärkt Zutaten besorgt werden müsse.

Schwertner: „Die Caritas hat in ihren 36 Sozialberatungsstellen in ganz Österreich im Vorjahr 65.000 Menschen finanziell unterstützt. Wenn wir wissen, dass sich allein in den vergangenen Tagen mehr als 100.000 Menschen arbeitslos gemeldet haben, wird deutlich, wie dringend jetzt Hilfe gebraucht wird.“

Die Caritas hat eine neue Spendenaktion „Corona-Nothilfe“ ins Leben gerufen.
Spendenkonto: IBAN: AT92 6000 0000 0770 0004,
Kennwort „Corona-Nothilfe“, oder
online spenden unter www.caritas.at

Autor:

Der SONNTAG Redaktion aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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