Heilige Alltagshelfer | Teil 04
Wenn der Hut brennt
- Hl. Florian
- Foto: Ökumen. Heiligenlexikon / Joachim Schäfer
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Wennʼs ernst wird, stehen sie für Mut, Klarheit und Verantwortung: Florian, Michael und Expeditus.
Hl. Florian
Gedenktag: 4. Mai
Darstellung: als römischer Soldat
Attribute: Wasserschaff, brennendes Haus, Mühlstein
Patron der Feuerwehr & bei Feuergefahr
Florian war Verwaltungsbeamter in Lorch an der Enns – damals Teil der römischen Provinz Noricum, die ungefähr das heutige Österreich und Teile Bayerns umfasste. Als unter Kaiser Diokletian Anfang des 4. Jh. ChristInnen verfolgt werden, entscheidet er sich nicht für den sicheren Weg, sondern für seine Leute: Er stellt sich freiwillig zu den Gefangenen, um ihnen beizustehen. Dafür wird er gefoltert und schließlich mit einem schweren Stein in der Enns ertränkt – dort, wo heute das Stift St. Florian steht.
Sein Tod macht ihn zum Wasserheiligen, angerufen um Regen und Fruchtbarkeit. Und weil Wasser löscht, wird er später auch zum Patron gegen Feuergefahr. Eine Legende aus dem 15. Jahrhundert erzählt, dass Florian schon als Kind ein brennendes Haus mit einem Eimer Wasser gelöscht haben soll.
Weniger fromm ist das sogenannte Floriani-Prinzip: „Lieber heiliger Florian, schütze unser Haus, zünd’s andere an.“ Das scherzhafte „Gebet“ bringt eine auf den eigenen Vorteil bedachte Mentalität ins Wort. Doch eigentlich steht Florian genau für das Gegenteil – für Menschen, die helfen, wenn’s brennt, nach dem Motto: „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“. Bis heute tragen Feuerwehrleute den Namen des Heiligen als FlorianijüngerInnen weiter.
Hl. Michael
Gedenktag: 29. September
Darstellung: als Engel in Rüstung
Attribute: Schwert, Waage (Seelenwäger)
Patron der katholischen Kirche, der Soldaten, der Polizei und Sicherheitskräfte
Michael gehört mit Gabriel, Raphael und Uriel zu den höchsten Engeln – ein Anführer, der für das Gute kämpft. Es wird behauptet, dass er den gefallenen Engel Luzifer aus dem Himmel gestürzt habe. Er stellt sich allem entgegen, was Menschen bedroht. Er bewacht das Paradies, begleitet die Seelen der Verstorbenen und hält beim Jüngsten Gericht die Waage, die gute und schlechte Taten misst – von dorther kommt sein Beiname „Seelenwäger“.
Doch Michael ist nicht nur Engel des Gerichtes, sondern auch der Gerechtigkeit, der Sicherheit und der Barmherzigkeit. Seine Stärke und Klarheit machen ihn seit Jahrhunderten zum Vorbild für Polizei und Sicherheitskräfte. In ihm sehen sie einen Schutzpatron, der für denselben Leitgedanken steht wie sie selbst: Sicherheit geben und Hilfe leisten.
Hl. Expeditus
Gedenktag: 19. April
Darstellung: als römischer Soldat
Attribute: Schwert, Kreuz, Rabe
Patron bei dringenden & schwierigen
Angelegenheiten
Expeditus soll im 3. Jh. römischer Kommandant der 12. Legion gewesen sein. Als eine Schlacht verloren scheint, beginnen seine Soldaten zu beten. Ein Sturm bricht los, verwirrt die Gegner, und die Legion gewinnt. Für Expeditus ist das der Wendepunkt: Er wird Christ, bleibt standhaft und bezahlt dafür mit seinem Leben.
Eine andere Legende erzählt es noch persönlicher: Expeditus ringt mit seiner Entscheidung, Christ zu werden. Da erscheint ihm der Teufel als Rabe und krächzt „Cras, cras“ – „Morgen, morgen“. Doch Expeditus lässt sich nicht vertrösten. „Heute“, sagt er, und tritt den Raben unter seinen Füßen nieder. Darum trägt er auf vielen Darstellungen ein Kreuz mit der lateinischen Aufschrift „Hodie“ – „Heute“. Sein Mut, sofort zu handeln, macht ihn bis heute zum Patron für alles, was dringend und wichtig ist und nicht auf morgen verschoben werden sollte.
Maria Wilbrink
◉ Ausstellung bis 11. Oktober
im Diözesanmuseum Graz
Bürgergasse 2, 8010 Graz.
Di bis Fr: 9 bis 17 Uhr,
Sa, So & Feiertage: 11 bis 17 Uhr
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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