SONNTAG. Der Tag zum Leben | Teil 15
Dafür muss Zeit sein

Die „Allianz für den freien Sonntag“ will den freien Sonntag und die gesetzlichen Feiertage im gesamten EU-Gebiet geschützt wissen.
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Können wir uns den Sonntag leisten?

Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit zu menschenwürdigen, sicheren, gesunden und gerechten Bedingungen.

Dazu gehören angemessene Beschränkungen der Arbeitszeit, einschließlich Erholungszeiten, angemessene Arbeitsruhe, insbesondere auch an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen. Als Inbegriff gemeinsamer freier Zeit ist der arbeitsfreie Sonntag ein wesentlicher Teil unseres gesellschaftlichen, religiösen, kulturellen und familiären Zusammenlebens.

Allianz für den freien Sonntag

In der Allianz für den freien Sonntag treten verantwortungsbewusste Kräfte aus Kirche und Gesellschaft gemeinsam dafür ein, dass der freie Sonntag nicht vordergründigen wirtschaftlichen Interessen geopfert wird. Zugleich geht es um eine breite Bewusstseinsbildung für den Wert des Sonntags und der Feiertage.

Derzeit arbeiten in der Allianz die schon bestehenden Allianzen für den freien Sonntag auf Diözesan- und Bundesländerebene, die Österreichische Bischofskonferenz, der Österreichische Gewerkschaftsbund und die Arbeiterkammer mit. Es gibt laufende Gespräche mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich sowie mit bundesweiten Mitgliederorganisationen aus Kirche(n) und Gesellschaft.

Grundsatzprogramm der Allianz für den freien Sonntag

Sonn- und Feiertage stellen für alle Menschen in unserer Gesellschaft, insbesondere für Gruppierungen, die im kulturellen, religiösen, sportlichen, sozialen oder politischen Bereich tätig sind, einen unverzichtbaren Wert dar. Die Ausweitung der Sonn- und Feiertagsarbeit in gesellschaftlich nicht notwendige Bereiche bedeutet einen gravierenden Einschnitt in das Gefüge der Gesellschaft: Die Deregulierung der Arbeitszeit, der Zugriff auf Sonntag und Feiertage und das Ausdehnen der Wochenendarbeit in allen Ländern Europas zeigen, wie mächtig Wirtschaftsinteressen in das Leben der Menschen und in die Gesellschaft eingreifen. Menschen sollen mit ihrer Erwerbsarbeit rund um die Uhr verfügbar sein, jederzeit einsetzbar in Handel und Tourismus, in industriellen Produktionsprozessen und in den verschiedensten Dienstleistungen.

Diese Entwicklung reduziert den Menschen auf Arbeits- und Kaufkraft. Gerade der gemeinsame arbeitsfreie Sonntag ist ein Zeichen, dass der Mensch mehr ist als Arbeitskraft und Konsument.

Der Sonntag ist in unserer Gesellschaft der regelmäßige gemeinsame freie Tag, ein Tag der Muße und Erholung, ein Tag der Begegnung, der Familie und der Gemeinschaft, ein Tag der Besinnung, des Gottesdienstes und des Feierns und ein Tag vielfältigen Engagements außerhalb von Erwerbsarbeit und Konsum.

Forderungen der Allianz für den freien Sonntag

  1. Die Sonntags- und Feiertagsruhe muss generell gesetzlich geschützt bleiben. Im Landesgesetzblatt 6/2001 bekennt sich z. B. das Land Oberösterreich zum „freien Sonntag“.
  2. Die bestehenden Ausnahmen nach dem Arbeitsruhegesetz sind laufend auf ihre Notwendigkeit zu überprüfen. Für Ausnahmeregelungen muss es kollektivvertragliche Rahmenbedingungen geben.
  3. Sonn- und Feiertagsarbeit muss einen höheren Preis haben als Normalarbeitszeit. Für diejenigen, die solche Arbeit im Dienst der Mitmenschen leisten, muss es eine angemessene Entlohnung und Ersatzfreizeit geben.
  4. Gesetze, die ein Durchbrechen der Sonn- und Feiertagsarbeit erlauben, müssen geändert werden, damit der schleichenden Ausweitung der Sonntagsarbeit vorgebeugt werden kann. Kontrolle und Sicherung der Sonn- und Feiertagsruhe müssen garantiert sein.
  5. Die Sonn- und Feiertagsruhe muss in Österreich, auf Bundes- und Landesebene, verfassungsrechtlich verankert werden.
  6. Seitens der EU müssen der arbeitsfreie Sonntag geschützt und die gesetzlichen Feiertage der einzelnen Mitgliedsstaaten – als Ausdruck der kulturellen und religiösen Identität – respektiert werden.

Mitglieder der Allianz für den freien Sonntag

Altkatholische Kirche, Anglikanische Kirche, Attac Österreich

Bulgarisch-Orthodoxe Kirche, Bundesjugendvertretung, Bundesländerallianzen (neun)

Evangelische Kirche A.B., Evangelische Kirche H.B., Evangelisch-Methodistische Kirche

Griechisch-Orthodoxe Kirche

Naturfreunde

Österreichische Kinderfreunde

Österreichischer Alpenverein

Österreichischer Gewerkschaftsbund

Römisch-Katholische Kirche: AKDÖ Arbeitsgemeinschaft kirchl. Dienstnehmervertretungen. – Katholische Aktion Österreich. – KAÖ – Katholische ArbeitnehmerInnenbewegung Österreichs. – Katholische Jugend Österreichs. – Katholische Jungschar Österreichs. – Katholische Sozialakademie Österreichs (ksoe). – Katholischer Familienverband Österreichs. – Katholischer Laienrat Österreichs. – Kongregation der Franziskanerinnen von Vöcklabruck. – Ordensgemeinschaft der Kalasantiner. – Österreichische Bischofskonferenz. – Superiorenkonferenz der Männerorden Österreichs. – Vereinigung der Frauenorden Österreichs.

Rumänisch-Orthodoxe Kirche

Russisch-Orthodoxe Kirche

Serbisch-Orthodoxe Kirche

Syrisch-Orthodoxe Kirche

Weg der Versöhnung

Wirtschaftsforum der Führungskräfte.

Info: Aktuelle Informationen über die Aktivitäten der Allianz für den freien Sonntag finden Sie im Newsletter.

Bestellungen: sonntag@ksoe.at, www.freiersonntag.at

 

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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