Postkasten
Zu „Trotzdem Frieden suchen“, Nr. 40
DANKE, dass im Artikel „Trotzdem Frieden suchen“ auch die mit der Staatsgründung Israels 1948 einhergehende „Katastrophe“ angesprochen wird! Abgesehen von den täglichen Gräueln in Gaza, brachte und bringt die israelische Siedlungspolitik immer noch unsägliches Leid über das palästinensische Volk. Ich wurde in meinem Jerusalemer Studienjahr 2011/12 zu „Friedenszeiten“ immer wieder Zeugin von unbeschreiblicher Ungerechtigkeit: sei es beim Passieren der Checkpoints, wo schikanöse Behandlung durch israelische Militärs immer wieder beobachtbar war, oder in palästinensischen Dörfern, in denen die BewohnerInnen nur durch die ständige Präsenz internationaler MenschenrechtsbeobachterInnen (EAPPI) zum Schutz vor Übergriffen radikaler israelischer Siedler ein halbwegs erträgliches Leben führen konnten. Außerdem ist mir die Straße im arabischen Viertel in Jerusalem in bitterer Erinnerung, wo wir eines Tages an einem der palästinensischen Häuser eine israelische Fahne gehisst vorfanden. Uns war klar: „Wieder eines mehr, aus dem die ansässigen Menschen schamlos vertrieben worden waren, damit es fortan als Daheim für Siedler diene.“ Umso mehr wünsche ich mir, dass der heutige Geschichtsunterricht mit derselben Selbstverständlichkeit, mit der er über „Shoa“ informiert und daran erinnert, auch das extrem leidvolle Kapitel der „Nakba“ begrifflich und inhaltlich aufgreift und auch daran gebührend erinnert – VIEL ZU LANG wurde darüber geschwiegen!
Mag.a Olga Maria Christina Schnutt, Graz
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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