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Stille Helden
Zu „Mensch, wo bist du?“, Nr. 20
80 Jahre Kriegsende wecken Erinnerungen an meine liebe Tante Marianne, die mit Frau Juli, der Köchin, im Pfarrhof Kindberg gearbeitet hatte. Ihr Chef, Pfarrer Franz Tropper, war bei uns Kindern als Religionslehrer sehr beliebt. Marianne erzählte mir, wie sie im letzten Kriegsjahr zwei Fahnenflüchtigen halfen. Sie versteckten sie im Pfarrhof bzw. im Kirchturm. Pfarrer Tropper trug Lebensmittel, versteckt unter seinem weiten Talar, zu den Männern. Einer der beiden hatte zwei unversorgte Kinder, die sie betreuten. Sehr viel Umsicht musste aufgewendet werden, damit die Kinder ihren Vater ja nicht sahen. Sonst wäre alles verloren gewesen, denn die Kinder wurden oft nach ihm gefragt. Mit Gottes Hilfe ging alles gut. Ich bin sehr stolz auf die „Pfarrhofmannschaft“ und frage mich, ob ich den gleichen Mut gehabt hätte.
Christa Janz, Kindberg
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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