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Menschlichkeit nicht verlieren!
Vor zehn Jahren erschütterte das Bild des dreijährigen toten Syrers Alan Kurdi am Strand viele Menschen und löste eine große Betroffenheit und Hilfsbereitschaft für Geflüchtete aus. Seitdem hat sich die Lage vollkommen gewandelt: Grenzen werden geschlossen, Zäune errichtet, Abschiebungen verstärkt durchgeführt. Die Aufnahme von Migranten darf nicht gegen die Sorge um die eigenen Probleme ausgespielt werden. Abschottung darf nicht zum Leitwort werden. Leider verbreitet sich in Europa eine Logik, in der jeder für sich allein und teilweise gegen den anderen rudert. Man versäumt die Entwicklung gemeinsamer Lösungen, die die Notwendigkeit der Zuwanderung für den Arbeitsmarkt und den humanitären Anspruch unseres Kontinents mit dem rechtmäßigen Bedürfnis nach legaler Migration verbindet. Ein Beispiel hierfür sind die „humanitären Korridore“, die Sant’Egidio mit anderen Akteuren in verschiedenen europäischen Ländern eingeführt hat. Sie haben Tausende auf sicherem Wege aus oft unmenschlichen Situationen gerettet und erfolgreich bei der Integration begleitet. Dieser Vorschlag sollte auch auf europäischer Ebene umgesetzt werden.
Die Migration muss als eine strukturelle Frage aufgefasst werden, die europaweit eine gemeinsame Politik erfordert und an die Stelle von lauten Parolen tritt, die nur Angst und Aggressionen schüren.
Gemeinschaft Sant’Egidio
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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