Museum für Geschichte
Aus Kirchen und Klöstern

In Göss wurde um 1004 durch die bayrische Gräfin Adala das älteste Kloster der Steiermark gegründet. Das Frauenkloster lebte nach der Regel der Kanonissen (Chorfrauen) und übernahm später stärker die Regel der Benediktinerinnen. Viele Töchter adeliger Familien fanden hier Erziehung und Aufnahme. Im Mittelalter blühte das Kunsthandwerk. 1782 wurde das Stift unter Kaiser Joseph II. aufgehoben, obwohl es ein Spital, ein Siechenhaus und eine Apotheke betreute. Das Museum für Geschichte zeigt bei der „Steiermark Schau“ ein 1960 gefertigtes Modell des Stiftes, wie es im 17. und 18. Jahrhundert aussah. Für die Ausstellung arbeitete das Museum mit steirischen Pfarren und Diözesankonservator Heimo Kaindl zusammen.

Steiermark Schau. Museum für Geschichte widmet sich auch steirischen Kirchen und Klöstern.

Das Museum für Geschichte in der Grazer Sackstraße 16 gehört neben dem Volkskundemuseum und dem Kunsthaus zu den drei Schauplätzen der „Steiermark Schau – Historische Räume und Landschaften“ Das Motto im Volkskundemuseum lautet „Wie es ist“, im Kunsthaus „Was sein wird“ und im Museum für Geschichte „Was war“.
Am Schauplatz Museum für Geschichte ist ein ganzes Kapitel der steirischen Kirchen- und Klosterlandschaft gewidmet. Dabei werden der Kirchenbau, das Netzwerk der Orden und der Pfarren beleuchtet. Nachgegangen wird auch der Frage, was einen liturgischen Raum zum Festraum werden lässt.
So bietet die Schau zum Beispiel ein herausragendes Modell des ältesten Klosters der Steiermark, des um 1004 gegründeten Chorfrauen- und dann Benediktinerinnenstiftes Göss. Es wurde 1960 von Oskar Chmelk gefertigt und zeigt den Bauzustand des 1782 aufgehobenen Stiftes im 17. und 18. Jahrhundert.

Ein ganz besonderes „Bußmöbel“ kann man aus der Kirche St. Lorenzen ob Murau besichtigen. Der mit 1607 datierte Beichtstuhl kennt noch keine Abschirmung zwischen Beichtenden und Priester. Seine Inschrift lässt die Gottesmutter Maria als Fürbitterin wirken: „Maria peichtet dem Herrn deine Sünde es ist gut gepeichtet seiner Mutter dan ihr Parmherzigkeit weret ewiglich.“
Für eine Orientierungssuche in der Nachkriegszeit steht das Modell des Dominikanerklosters in Graz-Münzgraben. Der Zerstörung der barocken Dominikanerkirche in der Münzgrabenstraße durch Bomben 1944 folgte ein baulicher Neuanfang. Unter Einbeziehung der alten Klostergebäude wurde ein ganzes Areal erschlossen. Die neue Kirche verkörpert keine kalte Moderne, keine Rekonstruktion, aber traditionelle Bauformen bleiben. Würde verbindet sich mit Strenge, als wollte man nach dem eben überstandenen Krieg zu innerer Einkehr aufrufen.

Bis 31. Oktober ist täglich von 10 bis 18 Uhr im Museum für Geschichte/UMJ in der Sackstraße 16 in Graz die Ausstellung offen.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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