Österreichischer Esperanto-Kongress
Graz spricht Esperanto
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Eine Sprache, die das wiederherstellt, was nach dem Turmbau zu Babel nicht mehr war; eine einheitliche Sprache, die Menschen von aller Welt verbindet. Dieses ehrgeizige Ziel verfolgte der russische Arzt Ludwik Zamenhof, als er 1887 Esperanto ins Leben rief.
Im Wandel der Zeiten
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stieß die neue Sprache auf Begeisterung. Vereine wurden gegründet und Bücher veröffentlicht. Neutral-Moresnet, ein kleines Fürstentum zwischen Belgien und Deutschland, erklärte Esperanto sogar zur Amtssprache. Doch die Weltkriege und die Annexion von Neutral-Moresnet durch Belgien führten zu einem Rückschlag. Esperanto überlebte und vor allem durch das Internet und Sprachlern-Apps erlebt sie heute eine Renaissance.
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Kongress
Die größte Veranstaltung für Esperanto ist der „Universala Kongreso“, der seit 1905 fast jedes Jahr in einer anderen Stadt stattfindet. Heuer findet dieser internationaler Kongress in Brünn statt.
Graz hatte dieses Jahr die Ehre, den Österreichischen Esperanto-Kongress zu hosten. Von 9. bis 11. Mai fand im Volkshaus das von der steirischen Esperanto-Gesellschaft organisierte Treffen statt. Über 50 geladene TeilnehmerInnen aus 12 EU-Staaten sowie Mexiko, Pakistan, der Schweiz und China nahmen an 15 spannenden Vorträgen zu verschiedensten Themen teil.
Am Sonntag fand in der Pfarrkirche Graz-Karlau eine von Pfarrvikar Albert Reiner aus Wien gestaltete Dankmesse auf Esperanto statt, anlässlich der am 17. November 2024 erfolgten Seligsprechung des Esperantisten Max Josef Metzger, der von 1915 bis 1927 in Graz als Priester gewirkt hat. Er wurde vor 80 Jahren wegen „Hochverrats“ von den Nazis hingerichtet. „Die erste Zeile der Hymne an ihn ist das Motto unseres Kongresses: ‚Es mögen die Völker in Frieden leben‘,“ so Obmann der Esperanto-Gesellschaft Steiermark Ewald Schick.
Es mögen die Völker in Frieden leben. (Aus der Hymne an Priester & Märtyrer Josef Metzger)
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Den Gedanken des Friedens nahm die Grazer Bürgermeisterin Elke Kahr in ihren Grußworten auf. Botschaften kamen auch von Bischof Wilhelm Krautwaschl und Landeshauptmann Mario Kunasek.
Zwei Abende mit Esperantoliedern – am Freitag mit einer tschechischen Band, am Samstag mit einem slowenischen Sänger – sorgten für einen fröhlichen Ausklang des Kongresses.
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Maria Wilbrink / Herbert Kampl
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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