Wort zum Sonntag von KR Mag. Anton Merli
Woran erkennt man einen Christen?

Das Kreuz auf der Stirn, vom Firmspender mit dem heiligen Chrisam gezeichnet: Erkennt man uns auch in unserem Alltag als Christen, oder leben wir so, dass von unserem Glauben gar nichts zu bemerken ist?
  • Das Kreuz auf der Stirn, vom Firmspender mit dem heiligen Chrisam gezeichnet: Erkennt man uns auch in unserem Alltag als Christen, oder leben wir so, dass von unserem Glauben gar nichts zu bemerken ist?
  • Foto: Harald Oppitz/KNA
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Das Evangelium schließt an die erste Lesung dieses Sonntags an, wo Jesaja über den liebevoll angelegten Weinberg des Freundes spricht, der aber keine guten Früchte bringt. Der Prophet Jesaja beschreibt mit dem unnützen Weinberg die Untreue des Volkes Isra­el gegen seinen sorgenden Gott. Ebenso spricht das Evangeliumsgleichnis vom hartherzigen Unglauben gegen Jesus, den die religiösen Führer in Jerusalem töten werden. Es fallen harte Worte, die besagen, dass es um eine ernste Lebensfrage geht. Der Glaube an Jesus rettet. Wer schuldhaft nicht glaubt, der findet kein Heil.

Der liebevoll angelegte Weinberg

Wir sind von Gott als seine Kinder angenommen. Wir sind Gottes Weinberg. Seine Liebe umgibt die Christen – und nicht nur sie. Alle Menschen könnten dankbar unter der bergenden Sonne Gottes leben.
Ist uns bewusst, welchen Schatz wir annehmen können oder worauf wir verzichten, wenn wir Gottes Berufung zur Gemeinschaft mit ihm gering achten? Die Liebe Gottes trägt alles Leben. Kein Mensch kann außerhalb dieser Liebes- und Lebenskraft existieren. Wie reagieren wir auf dieses Geschenk? Gläubig, dankbar oder gleichgültig?
Wir sollen gute Früchte bringen

Der Glaube an Jesus Christus muss sich auf unser Leben auswirken. Christen leben manchmal so, als gäbe es Gott gar nicht. Man kann ihren Glauben nicht bemerken. Ihr Leben unterscheidet sich nicht von dem Ungläubiger. Sie reden nie über Gott. Sie nehmen an den Feiern des Glaubens nur bei besonderen Anlässen teil, wo der Toten gedacht wird oder wo es um öffentliche Veranstaltungen geht, bei denen man dabei sein muss. Auch ihre Ansichten und ihr sittliches Leben unterscheiden sich kaum vom Leben der Nichtgläubigen.
Christen sollte man es ansehen, dass sie glauben. Ihr Leben sollte von religiösen Handlungen angefüllt sein. Sie sollten nicht nur nach den Grundsätzen ihres Glaubens treu leben, sondern auch darüber offen reden. Christen sind Missionare, die ihre Freude am Glauben weitersagen und weitergeben. Christliches Leben soll fruchtbar sein.

Der Glaube an Jesus Christus wird zum Gericht

Denen, die ihn annehmen, gereicht der Glaube zur endgültigen Heilung. Ihr Leben gewinnt Sinn. Sie wissen, worauf sie bauen können. Sie kennen die sorgende Liebe Gottes, dem sie ihr Leben anvertrauen.
Es gibt aber auch die leichtsinnige Ablehnung Jesu, den verspielten Glauben. Es gibt die Gefahr, dass die zurückgewiesene oder nicht ernst genommene Liebe Gottes zum Gericht und zur Tragödie des Lebens wird. Das Angebot Gottes kann man nicht ablehnen, ohne schweren Schaden zu erleiden. Es geht hier nicht um ein Butterbrot oder um eine bedeutungslose Ware eines eifrigen Vertreters, den man ungestraft hinauskomplimentieren kann. Hier geht es um Verzweiflung oder Sinn, um Tod oder Leben, um endgültiges Unheil oder letztes Heil.

Der nachdenkliche Christ wird sein Leben überprüfen, seine Antenne neu auf Jesus ausrichten, den Kurs korrigieren und den ihm von Gott geschenkten Weinberg seines Lebens entschlossen pflegen.
Mag. Anton Merli, Pfarrer i. R. von Senftenberg

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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