Wort zum Sonntag - von Dom Alfredo Schäffler
Wir sind Suchende

ls Menschen sind wir immer Suchende, von Gott Gerufene. Es ist nicht immer einfach, zu erkennen, von wo der Ruf kommt.
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  • ls Menschen sind wir immer Suchende, von Gott Gerufene. Es ist nicht immer einfach, zu erkennen, von wo der Ruf kommt.

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Fähigkeiten und Talente haben wir bekommen, um das Leben zu gestalten. Sie wurden uns von Gott geschenkt, nicht nur für den eigenen Gebrauch. Wir haben eine Berufung, an der Entwicklung des Reiches Gottes aktiv teilzunehmen. Sind wir nicht alle mitverantwortlich für die Gestaltung einer gerechteren Welt? Hat uns die Zeit der Pandemie nicht gezeigt, dass wir alle im selben Boot sitzen?

In der ersten Lesung hören wir, wie Samuel von Gott gerufen wurde. Es ist nicht immer einfach, den Ruf zu erkennen, von wo er kommt. Deshalb sind wir als Menschen immer Suchende. Es sind Zeugnisse und Beispiele von Menschen, welche uns motivieren. Aber auch die unterschiedlichste Propaganda schlägt an unser Ohr. Manche suchen nach Idealen, andere suchen sich nur selbst und verlieren das Leben damit in einem Traum.
Im heutigen Sonntagsevangelium hören wir, wie die beiden Jünger von Johannes dem Täufer inspiriert dem Lamm Gottes nachgingen. Als sich Jesus umwandte und fragte, was sie wollten, da kam es zu einem Dialog, der ihrem Leben eine andere Richtung gab: „Wo wohnst du?“, war ihre Frage. Und die Antwort war: „Kommt und seht.“ – Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben an diesem Tag bei ihm (Joh 1,39). Die Begegnung mit Jesus hat ihr Leben für immer verändert. Sie zogen als Missionare weg und brachten andere zu Jesus.

Wenn wir Christus suchen und ihm begegnen, ändert sich unser Leben. Wir hören auf, nur uns selbst zu suchen. Wir werden uns einsetzen, um es auch andern Menschen zu ermöglichen, in Christus das Licht der Welt zu finden. Denn nur Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Wenn man sich öffnet, dem Ruf Gottes zu folgen, wird man ein erfüllter Mensch.

Aus eigener Erfahrung sage ich dies. Es sind mehr als 50 Jahre, dass ich dem Ruf des Herrn gefolgt bin. Ich zog los ins Ungewisse, aber mit der festen Gewissheit: Es ist der Herr, der mich gerufen hat, alles hinter mir zu lassen.

Es ist faszinierend, wenn man das Leben in die Hand dessen legt, der auch heute noch sagt: „Kommt und seht!“ Die Begegnung mit Christus macht uns innerlich frei, um auf neue Horizonte zu sehen. Das Leben schenkt einen neuen Sinn. Mit neuer Begeisterung wird das gelebt. Täglich bin ich mir bewusst: Heute ist der erste Tag vom Rest meines Lebens. Und diesen Tag empfange ich als Geschenk des Herrn. Damit verschwinden die Schwierigkeiten auf dem Lebensweg nicht. Sie werden zur Herausforderung, es mit tiefem Vertrauen in die Hand dessen zu legen, der uns immer wieder neu sagt: „Kommt und seht!“

Wir begegnen im Leben immer wieder Menschen, zu denen wir den Blick erheben, bewegt durch ihr Zeugnis und ihren Einsatz für andere. Menschen, die durch eine Überzeugung aus dem gelebten Glauben die Richtung aufzeigen. Kinder und Jugendliche sind immer Suchende, welche durch das Glaubenszeugnis der Eltern erfahren wollen, was es heißt: „Kommt und seht!“

Den Glauben, der unser Leben trägt, haben wir ihn nicht auch von anderen übernommen? Sie waren fähig, aus dem Glauben heraus aufzuzeigen, was es für sie bedeutet hat, Christus zu begegnen. Jesus sagt weiterhin zu jedem von uns: „Kommt und seht!“

ls Menschen sind wir immer Suchende, von Gott Gerufene. Es ist nicht immer einfach, zu erkennen, von wo der Ruf kommt.
Dom Alfredo Schäffler
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Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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